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16.6. Samstag    Noch 5 Wochen bis zum Ball
>>Na, da seid ihr ja wieder!<< Vicky umarmte ihre Eltern zur Begrüßung. >> Wie war’s in der Schweiz?<<
Ihre Mutter zuckte mit den Achseln. >>Na ja, wie diese Sitzungen halt immer sind. Sag doch auch mal was, Rainer!<<
Vickys Vater hob die Augenbraue, wie auch Vicky es immer tat, wenn sie nicht weiter wusste oder wollte.
>>Wie du sagst, Schatz. Langweilig wie immer.<<

Vickys Eltern waren oft übers Wochenende bei einer Vortbildung für Köche im Restaurant gewesen. Vickys Eltern waren nämlich stolze Besitzer eines Nobelrestaurants. Mit drei Sternen, wie ihr Vater immer dazu erwähnte. Das >Deutscher Palast<< lief super, und so gab es einmal im Monat eine Sitzung aller Restaurantbesitzer im Umkreis von etwa 100 Kilometern. Mittlerweile war diese Vortbildung, die einmal alle sechs Wochen war, mehr als eine Vortbildung. Eher eine Art treffen unter Freunden die zusammen Kegeln gingen. Der >Kegelverein< war schon immer sehr wichtig für Vickys Eltern gewesen, früher war Vicky selbst immer dorthin mitgegangen, aber schon seit einiger Zeit nicht mehr, vor allem nicht auf die Auslandsausflüge. Diese Sitzungen waren einfach so was von langweilig!

Aber ihren Eltern gefiel es. Kein Wunder: Sie waren die ungeschlagenen Champions, sowohl was die Berühmtheit ihres Restaurants anging, als auch ihr Können im Kegeln.

Aber es gab immer Leute, die das in Frage stellten, und besonders ein Ehepaar, was nicht nur fast so gut im Kegeln sondern auch noch ziemlich berühmt als Ladenbesitzer war.

>>Und rate mal, wer noch da war?<<

Vicky seufzte auf. Die Schneiders, natürlich. Es ging immer um die Schneiders, wenn ihre Mutter die Lippen verärgert zusammenpresste und ihr Vater zornig die Augenbrauen zusammenzog. Die Schneiders hatten ein Nobelrestaurant nur eine Straße weiter, und seit dem gab es nur Streit. Das ging jetzt schon seit Jahren so. Schon als kleines Kind bekam sie immer die Wut auf die Schneiders mit.
>>Die Schneiders, hättest du nicht gedacht, oder?<<
Nein, natürlich nicht!, dachte Vicky leicht verstimmt.
>>Und sie hatten sogar ihren Sohn dabei.<< Vickys Mutter machte eine abfällige Handbewegung.
>>Karsten, oder so ähnlich, auf jeden Fall...<<
>>Kevin<< , unterbrach Vicky ihre Mutter.
>>Was?<<
>>Er heißt Kevin.<<
>>Wie auch immer, hat er sich ziemlich gut benommen, muss ich sagen. Immer höflich, immer gelächelt, na ja. Sein toller Vater hat mir erzählt, er würde mal das Restaurant übernehmen, aber ich sag dir, so nett dieser Karsten...<<
>>...Kevin!<<
>>...auch sein mag, diese Pommesbude, die meint, sie wäre ein >Nobelrestaurant< wird nie reich werden! Da kann der junge Schneider so viel Charme haben wie er will!<<
>>Aber Mama!<<, Vicky stemmte die Hände an die Hüften, >>Wie kannst du nur so etwas sagen? Das Restaurant der Schneiders ist sehr nobel! Vielleicht nicht so nobel wie unseres, aber es ist mit Sicherheit keine Pommesbude!<<
Vickys Mutter hatte schon Luft geholt, da ging plötzlich die Tür auf. Eric und Florian, Vickys ältere Brüder spazierten herein. Sie waren das Wochenende über Zelten gewesen, so hatte Vicky ihren Geburtstag ungestört feiern können.
>>Hallihallo, wen haben wir denn da? Meine neue, fünfzehnjährige Schwester!<<
Eric nahm sie in den Arm.
>>Hey, du bist auch nur zwei Jahre älter, nicht vergessen, gell.<<
>>Phhh...fünfzehn und immer noch so frech. Außerdem zwei Jahre und sechs Monate, vergiss du das nicht, Schwesterherz.<<
>> Selber: Phhh...Bruderherz. Und ...<<
>>Stop, ihr beiden. Habt ihr Mama und Papa ganz vergessen?<<, schritt Florian schnell ein, bevor sich die Neckerei in einen Streit entwickeln konnte.
>>Nebenbei, Happy Birthday, Kleines!<< Auch Florian nahm Vicky noch mal in den Arm.
>>Wie war’s in der Schweiz?<< Eric ließ ein sündhaftes Lächeln aufblitzen, weswegen so viele Mädchen Ohnmächtig wurden, wenn er sie auch nur aus Versehen ansah.
>>Gut. Und ratet mal wer da war! Die...<<
>>Schneiders<<, unterbrach Florian. Er stöhnte auf.
>>Ja, woher wusstest du das? Egal, mit Sohn. Karsten, oder so ähnlich.<<
>>Kevin<<, brummte Vicky verstimmt. Eric wandte sich an Vicky.
>>Er sieht gut aus, Kleines, vertrau mir.<<
>>Lass das, Eric.<<
>>Warum? <<
>>Weil ich weiß wie er aussieht, er geht schliesslich auf meine Schule, zwar nicht in meinen Jahrgang, er ist in deinem, schon vergessen? Aber trotzdem kenne ich ihn durchaus.<<
>>Hat er sich etwa an dich rangemacht?<<
>>Nein! Spinnst du?<<
>>Ist auch besser so. Er würde sich wahrscheinlich sowieso nur an dich ranmachen, wenn er damit etwas erreichen könnte.<<
Vicky zog die Augenbraue hoch. >>Und was sollte er herausfinden wollen? Unser Geheimes Salatrezept, oder was? Ach ja genau, er will eine Bombe ins Haus schmuggeln und die Rivalen in die Luft jagen!<< Sie lachte spöttisch.
>>Man weiß ja nie!<<, mischte sich Florian ein.
>>Sie sind nicht unsere Rivalen! Sie spielen nicht in unserer Liga! Wir sind Championsleag, schon vergessen?<<, tadelte Vickys Vater sie.
Vickys Mutter hingegen sagte: >>Hey, wisst ihr eigentlich wie viel Uhr es schon ist? Gleich halb elf. Vicky: Ins Bett. Eric, du gehst in einer halben Stunde.<<
>>Ma, ich bin...<<
>>Siebzehn, dass ist mir durchaus bewusst. Trotzdem gehst du ins Bett. Meinetwegen auch um halb zwölf.<<
>>Viertel vor.<< Eric handelte mit einem Charme der Wände erweicht hätte. Vickys Mutter war härter als die Wand.
>>Viertel nach elf.<<
>>Okay, halb Zwölf.<< Eric zuckte mit den Achseln.
>Na, also.<<
Aber Vicky Mutter hat nicht mit Erics Ausdauer gerechnet.
>>Was ist mit Flo?<<
>>Er ist zwanzig, also volljährig. Er kann machen was er will.<<
Florian lächelte Eric gemein an. Der Streckte ihm die Zunge raus und tat wie ein beleidigtes Kind.
>>Oh Mann, ich beide seit echt noch Kleinkinder.<<
>>Kleinkinder? Du bist die Jüngste von uns allen!<<
>>Ja und. Es ist bekannt, dass Mädchen reifer sind als Jungs.<<
Vicky beeilte sich hochzukommen bevor ihre Brüder mit Lachen aufhörten und ihr eine Antwort zurück schleudern konnten, oder ihre Eltern wieder anfingen, von >den Schneiders< zu reden. Besser im Bett, als bei ihrer Familie, dachte sich Vicky im Stillen.
 
In ihrem relativ kleinem Zimmer angekommen ließ sich Vicky entnervt aufs Bett fallen. Immer diese blöde Diskutiererei über die Schneiders. Das war schon beinah zum verrückt werden!
Vicky stand wieder auf und schlenderte (den ziemlich kurzen Weg) von ihrem Bett zum anderen Ende des Zimmers. Dort hing ein Kalender. Mit Freude hakte sie den heutigen Tag ab und schaute auf den Übernächsten. Was sie dort las, erhellte ihre Herz mit Freude.
>Theater Arbeitsgruppe um 14 Uhr 30 im Stadthaus (neben dem Rathaus)< stand da in großen, fetten, roten Druckbuchstaben. Vicky hatte sich schon die ganze Woche darauf gefreut, endlich mit dem Theaterstück >Romeo und Julia< zu beginnen, denn wenn es etwas gab, was Vicky lieber tat als mit ihren Freunden zusammen zu sein, sich mit ihren Brüdern zu streiten und, natürlich, zu singen, dann war es schauspielern und ihr gutes Gedächtnis war dabei eine große Hilfe.
Übermorgen, Montag war es dann endlich soweit. Sie würde um 14 Uhr am Bahnhof den Zug nehmen und dann zu der Theater Ag gehen.
Besonders freute es Vicky, dass schon im ersten, vorläufigen Treffen geklärt wurde, dass sie die Hauptrolle, also Julia, übernehmen durfte. Einen Romeo gab es auch schon, aber sooo toll war er nicht gerade. Mit Müh und Not konnte man ihn als ganz hübsch abstempeln. Aber es kümmerte Vicky nicht weiter: Sie war schließlich nicht in der Ag um sich einen Freund zu angeln, obwohl, wenn sie es sich genauer überlegte, angesichts der Wette die sie abgeschlossen hatte wäre das gar nicht mal so eine schlechte Idee gewesen.
Vicky machte sich fertig fürs Bett, hörte ihre neue Chris Brown -Cd und machte es sich auf ihrem Bett gemütlich. Sie kramte das rosa Tagebuch, oder Cliquenbuch wie es Anna genannt hatte , hervor und begann ein wenig zu schreiben. Na ja, ein wenig war vielleicht ein wenig untertrieben...

Fifteen – Unsere Erinnerungen...

Dann begann sie, alte Geschichten aufzuschreiben, Fotos einzukleben und Bilder zu Malen.

Um zwölf Uhr (etwas später als ihre Mutter geplant hatte), ging sie dann doch zu Bett und schlief kurz drauf ein.

 
16.6 Samstag    Etwas früher an diesem Tag
Jojo rollte sich von einer zur anderen Seite, stöhnte leise und hielt sich den stöhnenden Bauch. Ihre Tage hatten mal wieder zugeschlagen und nun lag sie da, krank und ein bisschen sauer.
Diese dumme Perioden-Sache. Immer kommt die wenn ich sie überhaupt nicht brauche, verdammt, dachte Jojo und rollte sich auf die Knie.
Jojo hörte das leise Klicken an der Haustür und hörte, wie ihre Mutter, ihre alleinerziehende Mutter die Wohnung betrat. Ihren Vater kannte Jojo nicht, was nicht besonders Schlimm war, denn wer er meinte, er müsste seine schwangere Freundin im achten Monat verlassen, war er sowieso nichts wert. Eigentlich, redete sich Jojo immer ein, konnte sie froh sein, diesen unverantwortlichen Blödmann niemals kennengelernt zu haben. Trotzdem vermisste sie in schon manchmal. Als kleines Kind hatte sie immer vor dem Spiegel gestanden, und überlegt, was sie wohl von ihm geerbt hatte, wie ihre Großeltern gewesen wären, und was er gerade machte.
>>Johanna?<< Jojos Mutter kam in ihr zweites Zimmer gestürmt.
>>Johanna, ich...Geht’s dir nicht gut, mein Schatz?<<
>>Mir geht’s Klasse, danke der Nachfrage.<<
>>Du siehst kränklich aus.<<
>>Bin ich aber nicht.<< Jojos Mutter legte ihr eine Hand auf die Stirn und runzelte ihre.
>>Ich wollte mit etwas wichtiges besprechen.<<
Eben, keinen bessere Termin als ein Tag mit einem wichtigen Gespräch mit meiner Mutter, dachte Jojo wehleidig.
>>Was ist denn?<<
Jojos Mutter machte ein ernstes Gesicht.
>>Du weißt ja, Mathias und ich, wir beide lieben uns sehr und...<<
>>...Komm zum Punkt!<<
>>Wie dem auch sei, wir wollen ja zusammenziehen und...macht es dir etwas aus, dein zweites Zimmer uns zu überlassen?<<
Da war es raus. Ihre Mutter war gerade erst von ihrer Arbeit, einem Ganztagsjob bei einer Werbefirma wo sie die kreativen Gestaltungen übernahm, denn wie Jojo konnte auch sie gut malen, zurück und nun das!
Jojo konnte schon verstehen, dass alles schwierig für ihre Mutter war. Immerhin arbeitete sie sogar Samstags um sich die Wohnung und alles leisten zu können, aber das? Nein!
>>Ja, würde es.<<
>>Bitte, Schatz, du weißt, für die Familie muss man auch mal...<<
>>...Opfer bringen, genau, für die Familie!<<
>>Johanna...<<
>>Mathias gehört nicht zur Familie! Er hat sich nur bei uns eingeschlichen!<<
>>Johanna Zimmer. Ich dulde so etwas nicht. Wenn du auch nur ein Wort zu Mathias oder Jan erwähnst, dann werde ich dir verbieten, ähm<<, sie überlegte kurz nach einer geeigneten Strafe, >>nicht erlauben zum Ball zu gehen.<<
Jojo war so überrascht, dass sie für eine Weile ihre Bauchschmerzen vergas. Dann, endlich begann ihr Gehirn zu arbeiten. 
>>Wer ist Jan?<<
Jojos Muter lächelte geheimnisvoll. Sie lachte einmal laut auf und ging dann wortlos aus dem Zimmer. Bevor Jojo etwas sagen konnte, kam ihre Mutter wieder zurück.
>>Bis Freitag ist eins von deinen Zimmern ausgeräumt, verstanden, junge Dame?<<
Ja, bestens, dachte Jojo, vor Wut brodelnd. Traurig dachte sie an die gemeinsamen Tage mit ihrer Mutter, wie sie zusammen gesessen hatten, gelacht, Filme angeschaut oder gekocht hatten. Doch dann war Mathias gekommen, der blöde Kerl, der ihr ihre Mutter vor der Nase weggeschnappt hatte. Nun hatte er sich in den Kopf gesetzt, einzuziehen.
>>Auf Probe<<, hatte ihre Mutter gemeint, und er hatte dämlich gegrinst. Diese...Hanswurst.
Wie auch immer, nun war es eben so. Jojo musste ihr tolles, zweites Zimmer räumen. Die Wände waren total Blau gestrichen, die Fenster machten den Raum hell und freundlich. Die dunklen Möbel bildeten einen schönen Gegensatz zum hellen Blau an der Wand. Und nun musste sie das Zimmer einem anderen überlassen. Nach dem Prinzip: Rausgeworfen in der eigenen Wohnung.
Wozu brauchte Mathias eigentlich ein zweites Zimmer? Schlafen konnte er in dem Zimmer (und im Bett) ihrer Mutter, und er arbeitete sowieso nicht Zuhause. Wieso jetzt also ein zweites Zimmer für ihn?
Ob es was mit diesem Jan zutun hatte? Vielleicht war es der Bruder von Mathias. Oder der beste Kumpel. Und er zog mit ein. In ihr Zimmer.
Jojo schüttelte den Kopf über diese verächtliche Idee, während sie weiter gedankenlos ihre Sachen in verschiedene Kisten warf.
 
Zwei Stunden später war sie endlich fertig und schleppte die Kisten in ihr Zimmer.
Das was mir noch geblieben ist, dachte sie mürrisch.
Sie räumte die Sachen aus und verstaute sie in ihren Schränken. Dann schnappte sie sich ihr Telefon. Wenn ihr jetzt jemand aus ihrer schlechten Stimmung helfen konnte, dann Vicky. Vicky brachte sie immer zum Lachen.
Eigentlich, überlegte Jojo nachdenklich, waren sie und Vicky komplett verschiedene Menschen und Charakter. Vicky war klein, Jojo groß, Vicky hatte lange, fast schwarze, gelockte Haare, Jojo eine blonde, wuschlige Kurzfrisur. Außerdem war Vicky lustig, mutig und vergesslich. Sie hatte schon als kleines Kind die Bühne und das Scheinwerferlicht geliebt, sang für ihr Leben gern (und gut) und war alles andere als auf den Mund gefallen. Und natürlich ein wenig verrückt. Jojo hingegen war ordentlich, modebewusst und liebte Malen über alles. Bei fremden Leuten konnte sie sogar schüchtern sein, obwohl das keiner glauben konnte, wenn sie jemand gut kannte oder wenn sie wütend war. Vicky hatte ein fließendes Temperament und wurde manchmal sogar für eine Italienerin gehalten, obwohl sie eigentlich recht hellhäutig war. Sie hingegen, war zu Fremden und manchmal sogar zu Freunden kühl und abweisend. Jedoch nie zu Vicky. Die beiden kannten sich schon ewig, länger als alle anderen Kinder in ihrem Alter. Und sie verstanden super, manchmal sogar ohne Worte. Ein Blick reichte, und der andere wusste sofort was los war.
Jojo schnappte sich das Telefon und wählte Vickys Nummer. Vicky war immer für sie da, vielleicht konnte sie vorbeikommen.
>>Hallo?<<
>>Hi, Schatzi!<<
>>Na?<<
>>Na zurück!<<
Vicky lachte ausgelassen, und Jojo fühlte sich gleich viel besser. Dieses Lachen konnte sie immer aufheitern, egal was war.
>>Ich musste unbedingt mit dir sprechen, Vicky, es geht um...<<
>>Mathias, stimmt’s?<<
Erst war Jojo ein wenig erstaunt, doch dann erinnerte sie sich daran, dass Vicky schon immer ihre Gedanken hatte lesen können.
>>Ich konnte schon immer deine Gedanken lesen, Jojo!<<
Schon wieder. Jojo lächelte. Vicky konnte jeden Kummer, jeden Funken Freunde und jedes Gefühl von ihr deuten. Sogar wenn Jojo an einen Jungen dachte, konnte Vicky es spüren.
>>Du hast, wie immer, recht. Es geht um Mathias. Rate mal, was ich heute den ganzen Vormittag gemacht habe.<<
Jojo dachte angestrengt an etwas anderes, sodass Vicky nicht wieder ihre Gedanken lesen konnte (nicht, dass sie das wirklich glaubte, aber sicher war sicher).
>>Hey, das ist unfair! Wie soll ich es dir sagen, wenn du an etwas anders denkst?<<
Jojo lachte.
>>Du schaffst es immer wieder. Wie auch immer, Meine Ma hat von mir verlangt, mein Zimmer zu räumen. Mein Blaues!<<
>>Was? Charly?<<
Vicky hatte aus Spaß, allen Zimmern in ihrem Haus und die zwei Zimmer von Jojo benannt. Das blaue Zimmer hieß Charly, dass andere, gelbe Cherlene und Vickys eigenes Zimmer hieß Little Red Beauty, weil es klein, rot und, wie Vicky immer sagte, wunderhübsch sei.
>>Ja, Charly.<<
>>Hey, seufze den Namen nicht so, es war schließlich deine Idee, die Zimmer zu benennen!<<
>>War es nicht. Das war nur ein Witz gewesen!<<
>>Ja klar. Geh ich recht in der Annahme, dass du mich angerufen hast, damit ich bei dir vorbeikomme und dich wieder aufheitere?<<
>>Jep!<<
>>Bin in zehn Minuten da!<< Vicky legte auf.
Da Vicky in der gleichen Straße wie Jojo wohnte, war es kein Problem für Vicky, in zehn Minuten da zu sein. Außerdem, und das wusste Jojo genau, war Vicky sowieso früher hier, denn sie wollte sich nicht entgehen lassen, wie Jojo über ihren zukünftigen Stiefvater herzog, denn Jojos Mutter und Mathias hatten mal erwähnt, dass sie vielleicht heiraten wollten.
Jojo wartete und sie hatte Recht behalten: Vicky war in genau sieben Minuten und dreizehn Sekunden da.
Die beiden besten Freundinnen verbrachten den Tag lachend, planend und aufräumend. Mit Vicky machte Jojo sogar die schreckliche Aufgabe, Charly zu verlassen, Spaß. Auf jeden Fall soviel Spaß, wie eine Zwangsräumung machen konnte.
Viereinhalb Stunden später verabschiedeten sich die beiden dann, denn Vickys Eltern kamen bald von einer geschäftlichen Reise aus der Schweiz zurück.
>>Ich ruf dich morgen noch mal an!<<, versprach Vicky augenzwinkernd und lachte. Sie gaben sich einen Kuss und Vicky war schon zur Hälfte aus der Tür raus, als sie sich noch einmal umdrehte.
>>Sag mal, weißt du ob Mathias schon mal verheiratet war?<<
>>Ja, aber er hat sich schon vor Jahren scheiden lassen, warum?<<
>>Dieser Jan, vielleicht ist es Mathias’ Sohn.<<
Mit diesen Worten verabschiedete sie sich und ging. Jojo dachte einen Augenblick darüber nach. Nein, dass konnte nicht sein. Ihre Mutter hätte ihr sicher gesagt, wenn sie noch einen Stiefbruder dazubekam. Oder etwa nicht?
 
17. 6. Sonntag   Noch 4 Wochen und 6 Tage bis zum Ball
Chris war langweilig. Ihr war nicht oft langweilig, aber wenn, dann richtig. Gerade saß sie in ihrem großen Zimmer, hörte Tokio Hotel, ihre Lieblingsband, und tapezierte ihre Wände mit noch mehr Tokio Hotel. Ihre Freundinnen lachten sie manchmal dafür aus, dass sie Tokio-Hotel Fan war, aber das machte ihr nichts. Jedem das seine, und sie mochte Robby Williams, den Anna vergötterte, 50 Cent, den Jojo am liebsten hörte oder Chris Brown, von dem Vicky nie genug bekam, Us5 oder Eminem auch nicht besonders! Und trotzdem sagte sie nichts. Jedem das seine, das war ihr Motto. Leben und leben lassen.
Und trotzdem, obwohl sie brandneue, superaktuelle und modische Poster von Bill, Tom, Gustav und George ergattert hatte, war ihr langweilig. Sie fühlte sich einfach schlecht. Das lag daran, dass heute Sonntag, der 17. war. Nicht das sie Sonntage nicht mochte: Sie liebte es, sich Samstag Abend mit einer ihrer Freundinnen zu treffen, außerdem waren ihre Cliquen-Abende meistens auch Samstags. Sie sah ihre Freundinnen zwar fünf mal die Woche in der Schule, und doch freute sie sich immer auf die Treffen. Und Sonntags wachte sie dann mit ihren Freundinnen auf, sie frühstückten, ließen es sich gut gehen, lachten und scherzten. Manchmal machten sie sogar ihre Hausaufgaben zusammen, was Chris besser fand, als sie alleine machen zu müssen, besonders, da sie eigentlich alle Hausaufgaben immer von Anna abschrieb: Sie machte ja sowieso keine fehler!  
Nein, es lag definitiv am Datum. Der 17., auch noch Juni! Sie erinnerte sich noch genau. Die Tränen, der Schmerz, der Abschied. Dabei war doch alles so perfekt gewesen. Einfach alles. Marc war schon immer ein gutaussehender Typ gewesen, mit seinem blonden Haar, den sprühenden, blauen Augen und dem Traumbody.  Alle Mädels waren in ihn verschossen gewesen. Doch er hatte nur Augen für sie gehabt.
Bevor sie ihn gekannt hatte, hatte sie sich hässlich und dumm gefühlt. Doch Marc, ihr Marc, hatte sie gebeten mit ihm ins Kino zu gehen und danach waren sie noch zu McDonalds gegangen. Nicht wirklich romantisch, aber sie hatte den ganzen Abend nur geleuchtet. Und zum Schluss, hatte er sie nach Hause gefahren, mit seinem Roller, und sie geküsst. Ganz einfach geküsst. Noch heute konnte sich Chris an alle Einzelheiten erinnern: Seine Zunge, seine Lippen, seine rauen Bartstoppeln auf ihrer Haut. Er hatte ihr das Gefühl gegeben, begehrenswert zu sein. Und wie die Mädchen aus ihrer Klasse (außer natürlich ihre Freundinnen) geglotzt hatten, als sie gesehen hatten, dass Chris und Marc ein Pärchen waren. Sie würde es niemals vergessen nie.
Sie seufzte leise und hing weiter Poster auf. Was sollte sie nur tun? Sie wollte keinen neuen Freund haben. Nun ja, eigentlich schon. Aber sie wollte nicht irgendeinen Freund. Sie wollte Marc. Seine Art, sie zum Lachen zu bringen, seine Intelligenz, sie zu necken und sie glücklich zu machen. Und (was natürlich auch nicht außer Acht gelassen werden durfte), seinen Traumkörper. Sie erschauderte, was weniger mit dem offenen Fenster, als mit ihren Erinnerungen zusammenhing.
Trotzdem hüpfte sie vom Stuhl, auf dem sie gerade gestanden hatte und gi ng durch den Raum, um das große Doppelfenster zu schließen.
Auf dem Weg dahin, noch so in ihrer Welt gefangen, stolperte sie über ihre Tasche, mit der sie zur Schule ging, und knallte mit voller Wucht auf den Teppichboden. Der Aufprall holte sie sofort ins reale Leben zurück und sie schrie auf vor Schreck. Ein Weile blieb sie am Boden liegen, rieb sich den schmerzenden Ellbogen und rollte sich dann auf die Seite und aufzustehen. Dabei glitt ihr Blick unter ihr großen Doppelbett und sie wäre fast dagegen gestoßen. Was sie sah, war ein zusammengeknüllter Zettel. Sie wunderte sich. Es war allgemein bekannt, dass sie sehr ordentlich war und niemals würde die ordentliche Christin einen zusammengeknüllten Zettel unter ihr Bett werfen. Vicky vielleicht, die in Arbeitsverhalten immer knapper als knapp an einer drei vorbeirutschte, vielleicht auch noch Jojo oder Eileen. Aber Chris niemals. Da musste mehr dahinterstecken.
Also schob sie das Bett beiseite und nahm den Zettel vom Boden. Danach schob sie das Bett wieder zurück. Chris ließ sich auf ihr Bett fallen und entfaltete den Zettel. Ihre Lippen fingen an zu beben, als sie die Zeilen las.
 
Du bist hier, ich bin dort
Immer an einem anderen Ort.
Ich will sein, mit dir vereint,
Und doch hast du so doll geweint
Ich lieb dich mehr als ich selber weiß

Und doch ist dies ein Teufelskreis

Denn ich muss fort, weg von dir
Alles was ich will bleibt hier
Du allein, machst mich frei
Und da ist sehr viel dabei
Du machst mich froh und liebevoll,
Ich frag mich was das alles soll.
Doch du hast immer, mein lieber Schatz,
In meinem Herz einen besonderen Platz.
Möchte nicht gehen,
Bei dir stehen,
Wenn du mich willst,
meine Liebe stillst.
Schlaf gut, mein einziges Herz,
Ich muss gehen mit meinem Schmerz
Doch eins versprech’ ich dir noch mehr
Mehr als Liebe und ich liebt dich sehr,
egal, was hat verbunden,
Wir haben es für immer gefunden.
 
Das Blatt war an die tausend Mal geknüllt und wieder geöffnet worden und man konnte fühlen, das mehr als eine Träne dieses Papier getroffen hatte. Ob die Tränen von Marc oder Chris, oder beiden war, das wusste sie selbst nicht mehr. Vielleicht von beiden.
Und dann, war das Papier in weiser Voraussicht unters Bett geschleudert worden. Jetzt konnte sich Chris wieder entsinnen: Sie hatte es, voller Wut und Schmerz hinunter verbannt, auf das es sie nicht mehr quält.
Denn das war der Abschiedsbrief von Marc an sie gewesen. Voller Liebe und voller Bitterkeit. Und wieder hatte seine Intelligenz und seine Kreativität sie beeindruckt und entwaffnet.
Das war das letzte Mal gewesen, dass Chris von Marc gehört hatte. Das letzte Mal, bevor er ins 200km Entfernte München umgezogen war. Und das letzte Mal, dass sie von einem Jungen etwas gewollt hatte, außer eine Einladung zum Ball. Bis jetzt das letzte Mal. Denn nun war es ihre Aufgabe, sich jemand Neuen zu suchen. Jemand der ihr Herz genauso füllt wie Marc es getan hatte.
Und so zerknüllte Chris das Papier zum tausendundeinsten Mal und begrub ihre Trauer erneut unter ihrem großen Eichenbett.
Sie wischte sich die Tränen aus dem Gesicht, drehte >Rette mich< von Tokio Hotel voll auf und schwor sich, nie wieder an Marc eine Träne zu verschwenden, denn er hatte sie sowieso schon längst vergessen.
Sie hätte sich nicht mehr irren können. Denn gerade saß Marc an seinem Computer, surfte ein bisschen im Internet und trauerte dem einzigen Mädchen nach, dass es geschafft hatte, dass er sich einfach nur vollkommen gefühlt hatte: Christin Teller, die mit den langen, blonden Haaren, mit den Sommersprossen und den weißen, geraden Zähnen.
Seine absolute Traumfrau, bis heute.
 
17.6. Sonntag   Später an diesem Tag
Anna war nervös. Sie kaute auf ihren Fingernägeln herum und wünschte sich, sie wäre nicht hier. Diese verdammte Schwäche. Schwäche für supergutaussehende Jungs. Supergutaussehende Machos. Oh ja, er war ein Macho. Und deshalb war sie auch der Meinung, es wäre eh viel besser, einfach nur einen Schwarm zu haben, statt dabei zusehen zu müssen, wie der Freund fremd ging. Und das würde er tun.
Nicht, dass Anna je daran gezweifelt hätte, das es auch nur irgendeine Chance gab, dass sie mit ihm zusammenkommen würde.
Um ehrlich zu sein, es wäre wahrscheinlicher gewesen, dass es, mitten im Juni wohlgemerkt, schneien würde, oder hageln oder irgendetwas, als dass der wohl beliebteste Schüler an dieser Schule, nein, auf dieser Welt mit ihr zusammenkam.
Gerade als sie das dachte, sah sie ihn:  
Eric lief durch die Schule mit gleich zwei Mädchen im Arm, die eine doof grinsend, die andere sich dauernd durchs Haar fahrend. Er küsste erst die eine auf den Mund, dann die andere auf ihren Hals.
Definitiv Macho!
Anna verfluchte erst Eric, dass er es wagte, sie hier so (wenn auch unbeabsichtigt) zu verspotten und danach sich selbst, weil sie ihm so hoffnungslos verfallen war: Wie ungefähr hundert andere, dumme, pubertierende Mädchen auch. Doch Anna war nicht dumm, oder pubertär. Nun, nicht übermäßig. Auf jeden Fall nicht eingebildet und doof. Sie war schließlich die  Klassenbeste, was sie mehr durch Nachdenken als durch Fleiß und Lernen geschafft hatte. Und trotzdem: Sie war und blieb immer die Streberin. Das kleine, schüchterne Mäuschen. Und dieser verdammte Macho stand eben nur auf  Mädels mit mehr Schminke als Gehirnzellen. So war das nun mal. Da konnte sie eben nicht mithalten.
Nicht, das sie sich nicht schminkte. Das tat sie. Uncool war sie auch nicht, schließlich gehörte sie zur berühmtesten und coolsten Clique der Schule, mal abgesehen von den Zicken und Tussis. Doch trotzdem war sie davon überzeugt, nicht den IQ eines Käsebrotes zu haben, und deshalb kannte Eric Müller, der große Bruder von ihrer Freundin Vicky, sie nicht. Er ließ sich immer nur mit Mädchen ein, die er garantiert eh wieder verlassen würde. Das war wenigstens ein Trost. Denn, oh du lieber Gott, mit einem intelligenten Mädchen könnte es ja was ernstes werden, oder noch schlimmer, doch eine ganze Woche durchhalten. Oder was mit Liebe zutun haben. Aber das Wort kannte er halt nicht. Und sie leider auch nicht.
Anna fuhr sich durchs Haar. Wo sie schon gerade dabei war, verfluchte sie auch ihre Schüchternheit und ihre Haare. Ihre ekelhaften, schwarzen Haare.
Annas Eltern stammten aus Brasilien, und ihre Hautfarbe war sehr dunkel. Etwas was sie gar nicht abhaben konnte. Wenigstens hatte sie ihre Zwillingsschwester Bea, die auch dunkel war.
Aber sonst war sie fast die einzige schwarze auf der Schule.
Na ja, wenigstens hatte sie keine Pickel. Und eine Brille hatte sie auch nicht. Aber trotzdem, Eric beachtete sie keinen Meter. Und wieder verdammte sie erst ihn und dann sich selbst.
Ihre dumme Schwäche für Machos, und er war mehr Macho als alles was sie jemals erlebt hatte, und erleben wollte. Doch trotzdem war da immer dieses Prickeln wenn er aus Versehen in ihre Richtung blickte, sie unbeabsichtigt streifte oder im Gedrängel am Bus gegen sie fiel. Das fühlte sich schon verdammt gut an. Und verdammt war auch er. Wie konnte er es nur wagen, so unverschämt gut auszusehen, mit seinem Schwarzen Haar, seinen olivegrünen Augen oder den weißblitzenden Zähnen. Und wie konnte sie es wagen, auf ihn abzufahren?
Wie konnte sie, und wie konnte er, und wie konnten sie alle überhaupt?
Und trotzdem war Anna nervös. Jeden Moment würden Bea, Eileen, Chris, Vicky und Jojo kommen, um sich zusammen das Basketball-Entspiel ihrer Schule anzusehen. Vicky hatte die ganze Woche darauf gedrängt, hinzugehen, weil sie natürlich ihren Bruder spielen sehen wollte. Eric war nämlich Kapitän der Mannschaft und hatte gute Chancen, irgendwann mal bei einem Verein zu spielen. Für Anna war das schlecht gewesen: Entweder sie ging mit und musste sich dauernd dabei erwischen, dass sie Eric einfach verdammt scharf fand. Er war ja auch verdammt scharf. Und verdammt machohaft. Und verdammt unerreichbar. Eins mehr als das andere. Hätte sie jedoch abgelehnt wäre dies stark aufgefallen.
>>Hey, träumst du?<< Eileens Stimme riss sie aus den Gedanken.
Eileen war allein.
>>Wo sind die anderen Mädels?<<
>>Ich wette. Ich weiß von wem!<<
>>Was?<< Anna tat verwirrt, obwohl sie genau wusste, wovon Eileen sprach.
Nur Eileen wusste von ihrer heimlichen Schwäche für Eric. Eileen, ihre allerbeste Freundin.
So war das irgendwie in ihrer Clique: Bea hatte Chris als beste Freundin, Vicky Jojo und sie selbst Eileen.
>>Du weißt genau wovon ich rede!<<
>>Mhhm, hast du ihn eben mit den beiden Mädels gesehen?<<
>>Jep. Lilli und Natascha. Und er sah nicht gerade so aus, als ob er mit ihnen über das Spiel des Monats redet!<< Eileen zwinkerte Anna zu.
>>Danka Eileen, ich bin froh, dass du mir das mitgeteilt hast, denn allein hätte ich es niemals herausgefunden!<<
Eileen streckte ihr die Zunge heraus. Anna streckte sie zurück.
>>Vicky und die anderen sind sich ein Eis holen. Keine Angst, sie bringen uns eins mit. Für dich Melone, wie du es magst.<<
Anna sagte gar nichts. Sie dachte einfach nur an Eric.
>>Hör auf an ihn zu denken, Kleines, du kriegst ihn eh nicht.<<
>>Danke Eileen. Hast du heute nichts besseres zu tun, als mich zu ärgern? Normalerweise hast du mehr Takt. Was ist los mit dir? Ich dachte Chris wäre immer diejenige, die so ehrlich ist.<<
>>Chris ist nicht da, ich übernehme ihre Rolle.<<
>>Gibst du sie wieder ab, wenn Chris wieder da ist?<<
>>Mal schauen, vielleicht gefällt sie mir ja.<< Eileen schenkte Anna ein neckisches Grinsen.
Anna ignorierte sie. >>Schau mal, da sind die Andern!<<
Vicky, Jojo, Chris und Bea kamen auf sie zugeschlendert.
>>Hey Anna!<<
Anna begrüßte ihre Freundinnen mit einem Kuss.
>>Wie geht’s?<<
>>Eric gewinnt natürlich!<<, lachte Vicky ausgelassen.
>>Natürlich.<< Anna versuchte so gelassen und gleichgültig zu wirken wie sie konnte, doch nur allein schon der Name >Eric< brachte ihr Blut in Wallung.
>>Hey, Jojo, du hast ja noch gar nicht von dem tollen Typen erzählt, den du am Freitag in der Schule getroffen hast<<, meinte Vicky.
>>Ich hab ihn nicht >getroffen<. Er ist gegen mich gerannt, heute, als ich auf dem Weg aus der Schule war. Weil ich ja Malkurs hatte, musste ich allein mit dem Bus fahren. Ich wollte gerade raus, da ist der Typ volle Kanne in mich hinein gerannt, hat mir seinen Rollerhelm voll in den Bauch gerammt. Und da sagt er mich doch: Hey Kleine, pass doch auf. Als ob es meine Schuld gewesen wäre! Naja, ich hab ihm dann kräftig die Meinung gesagt. So ein Blödmann!<<
Anna hörte gar nicht richtig hin. Sie war viel zu beschäftigt mit ihren Gedanken an Eric.  
Vicky und ihre Freundinnen gingen in die Sporthalle und suchten sich einen Platz möglichst weit vorne. In der zweiten Reihe wurden sie fündig. Sie setzten sich und begannen zu reden. Über was? Natürlich über das wichtigste Thema was Mädchen besprechen konnten: Jungs.
Anna hielt sich raus. Sie hatte keine Lust darüber zu diskutieren, ob Eric nun verschwitzt oder frisch geduscht (Jojo behauptete das Erste, Bea das Zweite) besser aussah, er sah einfach nur verdammt gut aus. Immer. Wahrscheinlich sogar, wenn er morgens aus dem Bett viel oder abends totmüde hineinfiel. Eric musste immer gut aussehen.
Und da riss die johlende Menge sie auch schon wieder aus ihren Gedanken. Erstaunt blickte Anna sah sich um. Die große Turnhalle war rappelvoll. Und das an einem Sonntag!
Anna hatte erwartet, fast das einzige Publikum, mal abgesehen von ein paar Freunden und ein paar Basketball-Verrückten. Aber wie hatte sie vergessen können, dass doch der berühmte Weiberheld und Basketballfreak Eric Müller spielte, und das ganze Stadium nur gefüllt war von kreischenden, fanatischen Mädels war, manche von ihnen nur bedeckt mit einer rot-gelben Fahne und ein Paar Flip Flops. Rot und Gelb waren die Farben der Schule und natürlich auch der hiesigen Basketballmannschaft. Und Erics Farben. Zu jedem Spiel trug er das T-Shirt des Mannschaftskapitäns, ein enges Polohemd, dass Rot war, und am Rand gelbe Streifen hatte. Auf dem T-Shirt stand:
Ich bin gefährlich, pass auf. Ich schieß schneller als alle anderen.
Das stimmte. Er war gefährlich und er schoss schneller nach Mädchen als alle anderen Machos die sie kannte – und sie kannte eine Menge, obwohl man es ihr höchst wahrscheinlich nicht zugetraut hätte.
Als Eric das Spielfeld betrat, fing die Halle an zu toben. Falls sich irgendwelche Fans von der Gegenmannschaft getraut hatten, zu kommen, dann gingen sie nun in der brüllenden, rot-gelben Masse unter. Mein Gott, sogar ein Panzer wäre hier untergegangen.
Die Gegenmannschaft erschein ein wenig zerknirscht, angesichts dieser Massenpanik.
Der Schiedsrichter gab den Anpfiff und das Spiel ging los.
Ziemlich schnell war klar gewesen, wer gewinnen würde. Nach einer Viertelstunde stand es zwanzig zu drei, von denen neunzehn Eric gemacht hatte.
Die Halle explodierte beinah.
Anna hatte den Blick schon lange abgewandt und beobachtete aufmerksam ihre Fingernägel.
Egal wohin ich schaue, Hauptsache nicht zu ihm, dachte sie sich.
Dann plötzlich, schrei die Menge heiser auf. Der Ersatzkapitän hatte weit daneben geschossen, so weit, dass der Ball nun auf die Menge zuschnellte. Geradewegs auf Anna zu. Ihre Hände schnellten nach oben und sie fing den ball, was sie mehr dem Schock als ihre Reflexen zu verdanken hatte.
Eric kam dir Treppe hochgejoggt. Die halbnackten Mädchen warfen sich nun in den Weg und er erkämpfte sich nur Mühsam dem Weg zu seinem Ball.
Mittlerweile stand es übrigens dreiunddreißig zu fünf.
Als Eric sie endlich erreicht hatte, beugte er sich mit einem Playboy-Lächeln nach vorne und sagte zu ihr: >>Könnte ich bitte den Ball wieder haben?<<
Anna schaute ihn an. Ihre Hände schwitzten.
>Natürlich!<<, rief sie gegen den Lärm. Sie gab ihm den Ball. Er drehte sich zum gehen als sie noch sagte (und sie hätte sich später dafür in den Hinter beißen können):
>> Und bitte den Ersatzkapitän bitte, dass wenn er mir das nächste Mal den Kopf wegblasen will, er mich bitte fragt, dann regeln wir das draußen.<< Anna biss sich auf die Zunge. Natürlich, das war typisch: Wenn sie mal die Klappe halten sollte, sagte sie doofe Sachen, aber wenn es mal wichtig war etwas loszuwerden, dann brauchte sie Jahre dafür.
Doch nun war es raus.
Eric legte den Kopf in den Nacken und lachte. Es entwaffnete sie. Es fühlte sich gut an.
>>Ja, Kleine, mach ich.<<
Eric ging weg. Eric Müller, ihr heimlicher Schwarm nannte sie >Kleine<. Konnte man noch tiefer sinken? Wohl kaum. Das hatte Anna nun davon. Wäre sie doch bloß nicht mitgegangen.
Dann wäre es halt auffällig gewesen, egal. Besser als >die Kleine< genannt zu werden. War Eric ihr Papa? Fehlte bloß noch, dass er ihr durchs Haar wuschelte und einen Lolli schenkte.
Anna stand auf.
>>Mir ist schlecht, ich geh heim<<, sagte sie wehmütig.
Eileen bot sich an mitzugehen, doch Anna lehnte es ab. Sie wollte mit ihren Gedanken alleine sein.
Und so schlenderte sie die Straßen ihres Städtchens entlang, kickte einen Stein vor sich her und dachte nach. Sie war kurze Zeit später daheim, setzte sich auf ihr Bett und deckte sich zu. Es war zwar erst neun Uhr und noch nicht Mal dunkel, doch es machte Anna nichts. Sie war müde, gestresst und Traurig. Was gab es da besseres, als sich ins warme, kuschelige Bett zu verziehen?
Und das tat sie. Und schon um halb zehn schlief sie tief und fest, und hätte wohl nicht einmal davon geträumt, dass Eric genau in diesem Moment an das süße Mädchen dachte, die ihm so frech wiederstanden hatte. Sie war nicht wie die anderen Mädchen, die von seinem Aussehen entmundet wurden. Sie war anders...und das gefiel ihm. Sehr sogar.
 
17.6 Sonntag   Noch später an diesem Tag und immer noch 4 Wochen und 6 Tage bis zum Ball
Bea lachte ausgelassen in die kühle Abendbrise. Es war Mai, und immer noch recht kühl. Angenehm kühl. Keine Badesaison, aber auch nicht richtig kalt. Es war...angenehm.
Sowieso war Bea gerade bester Stimmung. Die Basketballmannschaft ihrer Schule hatte soeben die Kreismeisterschaften gewonnen. Mit siebenundvierzig zu acht hatten sie gewonnen, und das gegen so einen starken Gegner.
Wie dem auch sei, Bea war stolz auf ihre Mannschaft. Und auch auf sich. Den Grund wusste sie selber nicht.
>>Hey Bea.<< Erschreckt zuckte Bea zusammen. Schlagartig drehte sie sich um.
>>Hab ich dich erschreckt, Kleines?<<
Sebastian Holz, Beas bester Freund kam auf sie zugeschlendert.
>>Ja hast du, Basti. Willst du mich umbringen?<<
>>Vielleicht, man weiß ja nie!<<
>>Nicht so frech, Kleiner!<<
>>Okay Mami!<<, neckte  Sebastian sie.
>>Brav Sohn!<<
Bea lachte. Sebastian grinste.
>>Darf ich Euch heimbegleiten, holde Dame?<<
>>Mal gucken. Wenn Ihr nett seid vielleicht, edler Ritter.<<
>>Leider habe ich mein Ross daheim gelassen und meine Lanze verpokert!<<
>>Ihr ungezogener Bengel!<<
Sebastian nahm Bea auf den Arm.
>>Mein Gott, holde Dame, Ihr werdet immer schwerer!<< Sebastian tat so, als ob er Bea nicht mehr tragen könne und schnaufte, obwohl Bea genau wusste, dass er sie mit Leichtigkeit tragen könnte.
>>Nein, edler Ritter, Ihr immer schwächer. Ich sehe ja schon Eure grauen Haare!<<
Bea tat, als wollte sie Sebastian ein graues Haar ausreißen. Daraufhin ließ Sebastian Bea schnell runter und sie liefen gemeinsam den Weg zu ihrem Haus entlang, einem Mehrfamilienhaus, indem sie beide wohnten. Sebastian im dritten Stock mit seinem Vater, Bea im fünften zusammen mit ihren Eltern und ihrer Zwillingsschwester.
Sie lachten gemeinsam, neckten sich und scherzten miteinander.
Als sie angekommen waren, verabschiedeten sie sich.
>>Bis Morgen, holde Dame.<<
>>Bis Morgen, edler Ritter.<<
>>Habe ich Euch schon erzählt, dass ich am Mittwoch Eisessen gehe und Ihr mitkommt?<<
>>Nein, habt Ihr nicht. Soll ich auf Euch aufpassen?<<
>>Nein, ich habe etwas geplant.<<
>>Ein Turnier also, aha. Nun, das lässt sich keine Dame von meinem Ruf entgehen.<<
>>Klasse, ich will Euch jemanden vorstellen.<<
Bea klang interessiert. >>Wen denn?<<
>>Ihr werdet noch sehen, holde Dame. Ihr werdet noch sehen.<<
>>Eine Überraschung?<<
>>Ich weiß doch, dass Ihr Überraschungen liebt. Bis Mittwoch, vier Uhr an der Eisdiele, in Ordnung.<<
>>Gut, edler Ritter, bis Morgen.<<
>>Bis Morgen, holde Dame. Und schlaf gut.<<
>>Du auch!<<
Und so schloss Sebastian die Tür zu seiner Wohnung auf und Bea nahm die paar Stufen zu ihrer.
In der Wohnung angekommen, blickte sie zunächst schnell in Annas Zimmer. Sie schlief tief und fest. Obwohl es erst halb elf war. Bea schüttelte den Kopf. Hatte Anna nicht an Vicky Geburtstag gesagt, dass ein fünfzehnjähriges Mädchen mindestens bis elf Uhr aufbleiben konnte? Und Anna war fünfzehn, dass wusste sie genau, da die beiden am gleichen tag Geburtstag hatten und sie auch fünfzehn war. Na ja, Anna war halt Müde gewesen, das konnte Bea verstehen. Obwohl sie selbst kein bisschen müde war. Trotzdem zog sie sich aus und machte sich fertig ins Bett. Im Bett angekommen, war sie dann doch müde, und ihr letzter zusammenhängender Gedanke war, dass sie sich wunderte, was für eine Überraschung Sebastian für sie hatte.
Er hatte gesagt, sie würde noch sehen. Und das würde sie. Oh ja.
 
18.6. Montag   Noch 4 Wochen und 5 Tage bis zum Ball
Eileen streckte sich ausgiebig und gähnte. Ihre Decke rutschte vom Bett, sie versuchte sie aufzufangen, doch es gelang ihr einfach nicht.
Was soll’s, dachte sie noch ein wenig schlafgetrunken und stand auf. Sie schlenderte ins Bad und schaute in den Spiegel. Was sie sah, beeindruckte sie nicht mehr, als es sie beruhigte. Lange, zerzauste, rote Haarsträhnen vielen ihr in Gesicht , Ihre grünen Augen waren ein wenig gerötet und ihre Wangen waren vom Schlaf noch blass.
Eileen ließ ihren Blick auf  die Digitaluhr neben sich gleiten. Es war halb sieben. Eileen stöhnte auf. Sie musste zwar jeden Montag um halb sieben aufstehen, aber heute war es besonders schwierig, da sie gestern Abend noch auf dem großen Basketballturnier gewesen war, das ,sage und schreibe, bis fast zehn Uhr gegangen war. Und sie hatte es natürlich nicht verpassen dürfen, da es um die Kreismeisterschaften ging, und die Mannschaft nun gegen Mannschaften aus ganz Deutschland kämpften.
Außerdem hatte Eric Müller mitgespielt. Eric Müller, der grandiose Basketballspieler und verdammt gutaussehender große Bruder von Vicky war. Nicht zu vergessen, war er noch  Annas heimlicher Schwarm.
Von Annas Vorliebe für Machos und unerreichbare Kerle wusste nur sie, denn Anna und sie waren beste Freundinnen. Schon immer, irgendwie. Und doch war Eileen verblüfft gewesen, wie kühl und cool Anna gegen Eric war, als sie mitten im Spiel den Ball gefangen hatte. Immerhin hatte sie ihn gefangen. Eileen war sich sicher, dass sie ihn volle Kanone ins Gesicht bekommen hätte.
Und doch war Anna wohl betrübt, war fortgegangen und hatte sie beim Spiel zurückgelassen. Und so hatte sie nicht einmal den phänomenalen Sieg der eigenen Mannschaft mitbekommen. Traurig, traurig.
Dafür war sie aber auch sicher nicht so müde wie Eileen es jetzt gerade war.
Eileen rieb sich noch einmal den Schlaf aus den Augen und machte sich dann fertig für die Schule. Sie wollte eben nicht zu spät kommen, denn gleich in der ersten Stunde hatten sie...Eileen überlegte kurz. Ach ja genau: Mathe.
Mathe gehörte nicht gerade zu Eileens Lieblingsfächern, obwohl sie im letzten Zeugnis nur knapp an einer zwei vorbeigeschliddert war. Und trotzdem: Wer (außer natürlich der Klassenbesten Anna) mochte schon Frau Zelter? Schon erraten: Sonst niemand.
Und so war es auch bei Eileen. Die fast weißhaarige Lehrerin war mehr ein Drache als ein Mensch, so ähnlich wie in >Lukas, der Lokomotivführer<, einem Film für kleinere Kinder, den sie sich ab und zu mit ihrem kleinen Bruder Max anschauen musste.
Wie dem auch sei, immerhin sah sie ihre Freundinnen und sie könnte Anna fragen, was gestern los war.
Das waren gute Gründe, nicht zu schwänzen (obwohl das Eileens Eltern sowieso nicht zugelassen hätten). Aber träumen durfte man ja wohl noch.
 
Mehr als eine Stunde später saß Eileen auch schon im Klassenraum, holte ihr Mathezeug aus ihrer Hello-Kitty-Tasche hervor und breitete sie auf dem Tisch aus.
Sie konnte froh sein, dass Anna neben ihr saß, die in Mathe immer eine eins bekam, aber keine Streberin war: Sie half jedem in Mathe, gab ihre Hausaufgaben zum Abschreiben raus, und sooo viel lernte sie auch nicht. Auf jeden Fall nicht mehr als Eileen selbst.
Pünktlich zum Gong flog die Tür auf und Frau Zelter trat erhobenen Hauptes ein. Und so begann der unglaublich langweilige Matheunterricht. Nur die erste von sechs Stunden und trotzdem zog er sich ellenlang hin.
 
Nach sechs Stunden gefangen in einer zugefroren Hölle (alias: die Schule) kehrte Eileen nach Hause zurück. Sie ging den langen, steinernen Weg entlang und schloss die Tür auf. Sie ging ins kühle Haus hinein, ärgerte sich beim Gehen, dass sie Anna nie allein erwischt hatte, um sie zu fragen, was gestern losgewesen war, und vergas ganz, den Briefkasten zu öffnen. Sie stürmte noch einmal hinaus und öffnete ihn fix.
Heraus kamen mehrere Briefe für ihre Mutter, fünf für ihren Vater, ein Werbekatalog und...das Wichtigste überhaupt: einen Brief an sie selbst!

An Eileen Tischler

Vogelsbergstraße 3
Eindeutig für sie.
>>Hey, gib ma her!<<, rief plötzlich Sophie, ihre kleinere Schwester, und riss Eileen den Brief aus der Hand.
>>Was ist das?<<, fragte nun die jüngste der drei Schwestern, Klara.
>>Nichts für euch<<, meinte Eileen schnippisch und entwendete den Brief Sophies kleiner Hand, bevor sie es merken konnte.
Schnell, um die Beute nicht wieder abgeben zu müssen, rannte sie die Treppenstufen hoch, zu ihrem Zimmer. Sie ließ die Tür krachend hinter sich zufallen, sodass sie eigentlich Angst gehabt haben müsste, dass sie einfach aus den Angeln fiel. Aber die Tür war es anscheinend gewöhnt, denn sie schützte Eileen nun vor ihren Geschwistern, die jetzt begannen, an die Tür zu treten und zu hämmern, wie sie es immer taten wenn Eileen ihre Ruhe haben wollte. Und wie immer hielt die Tür stand.
Rasch schloss Eileen die Tür ab, und wandte sich nun wieder dem Brief zu.
Sie riss ihn auf und sprang vor Freunde beinah in die Luft. Es war ein Brief von René.
René war Eileens Brieffreundin, sie schrieben sich jetzt schon seit über einem Jahr, und sie waren über die Zeit richtig gute Freundinnen geworden, fand Eileen.
Eileen hatte ihr sogar das mit der Wette geschrieben, obwohl René mehr als hundert Kilometer entfernt wohnte. Sie hatte sich keine Hilfe erhofft – aber sie hatte mit jemandem darüber reden wollen.
Sie riss den Umschlag gespannt auf und holte den blauen Brief heraus.
 
Liebe Eileen, stand da in großen, hellen, Druckbuchstaben.
Ich bin im Moment gerade bei meinem Opa in den Bergen, aber in zwei Wochen haben wir Ferien. Wie wär’s, wenn ich dich mal besuchen komme? Meine Klasse macht in der letzten Woche vor den Ferien eine Klassenfahrt in deinen Nachbarort. Ich könnte dich ja besuchen kommen! Und wenn die anderen dann am Donnerstag heim fahren, könnte ich ja noch bis Sonntag oder so bei dir bleiben, oder? Wir hätten bestimmt viel Spaß zusammen, und meine Eltern haben es auch erlaubt /Ich meine, nicht das mich das interessiert hätte! Wenn sie es mir erlaubt hätten hätte ich dir den Vorschlag geschrieben, und wenn sie es mir nicht erlaubt hätten, hätte ich es trotzdem gemacht). Bei diesen Worten musste Eileen laut lachen. Sue öffnete die Wohnungstür erneut und ging hinein, dann hoch in ihr Zimmer im zweiten Stock und ließ sich auf ihre schwarze Ledercouch fallen, um das Ende des Briefes zu lesen.
Wie auch immer, dass mit der Wette finde ich super lustig. Wie hieß dieser widerliche Kerl noch mal? Klee? Na ja, wenn ich kommen könnte, würde ich dir auch dabei Helfen, jemanden zu finden, der mit dir auf den Ball geht, damit du nicht mit Klee (oder wie der heißt) tanzen musst.
Auf dem Foto, was du mir geschickt hast, siehst du total hübsch aus, also kann es nicht sooo schwer werden, dir jemanden zu finden.
Dazu kommt noch, das wir uns jetzt schon zwei Jahre schreiben, und uns noch nie getroffen haben. Das ist eine Schande, oder? Okay, dann bis zum nächsten Mal!   

Alles Liebe, René

Eileen schaute in den Briefumschlag hinein und stellte verärgert fest, dass immer noch kein Bild drin war. Sie hatte René im letzten Brief doch schon gebeten, ihr ein Bild mitzuschicken.
René hatte ihr Bild schon vor Monaten bekommen, warum schickte sie also nie eins mit?
P. S. Sorry, aber ich habe immer noch kein Bild von mir mitgeschickt. Ich habe es total vergessen, und noch keins von mit gemacht!
Eileen war immer noch ein wenig verstimmt, doch es war für sie in Ordnung. Dann halt das nächste Mal. Aber wenn sie sich sowieso trafen, brauchte sie vielleicht gar kein Bild mehr mitzuschicken!
Schnell holte Eileen Stufte und Briefpapier aus ihrem Schriebtisch und schrieb zurück:
Es ist sicher kein Problem, ich werde mit meinen Eltern reden. Hey, gib mir doch deine Handynummer, dann kann ich dir schneller zurückschreiben. Meine ist die...
Und so weiter. Eileen schrieb fast drei Seiten. Dann steckte sie den Brief in einen Umschlag, klebte eine Briefmarke darauf, und brachte den Brief noch am selben Tag zur Post.

NEWS

MORGEN IS MEIN B-DAY!!!!!!!!!!! JUHUUU!!! ENDLICH BIN ICH COOOOLE 15 JAHRE ALT!!!

WICHTIGES

Gästebuch Kontakt Archiv Ma Homiees! That's mee Princess Diaries lol XD

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Über des Buch Vorwort 1. Kapitel 2. Kapitel 3. Kapitel 4. Kapitel
Hey was geht heude???