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25.6. Montag 2 Wochen und 5 Tage
>>Also, meine Lieben!<<, meinte Herr Klaus gutgelaunt, >>Habt ihr alle eure Textbücher dabei? Gut. Fangen wir an. Das Vorletzte mal hatten wir schon einen Romeo und eine Julia gewählt. Letzte Woche hatten wir die weiteren Rollen besprochen, genauso wie die Bühnenbilder und die Textbücher verteilt.
Romeo wird in der Erstbesetzung von Johannes Baum gespielt, eine Zweitbesetzung fehlt uns noch. Und Julia von Victoria Müller.
So, Johannes und Victoria, die beiden treten bitte vor.<<
Etwas zögerlich trat Vicky vor. Was sollte das denn jetzt? Auch >Romeo< trat vor, er sah aus wie immer: hässlich. Na ja, sooo hässlich jetzt auch wieder nicht. Normal halt irgendwie. Natürlich nicht zu vergleichen mit dem wunderbaren Kevin Schneider, aber wer konnte schon mit ihm mithalten? Vielleicht Eric, Vickys Bruder. War Eric deshalb so schlecht auf Kevin zu sprechen? Wegen einer Mädchengeschichte?
>>Ihr beiden habt die wohl größte Aufgabe vor euch. Ihr seid Romeo und Julia! Ihr müsst ziemlich viel Text lernen, aber ich glaube, dass wird euch schon nicht zu schwer fallen! Und nun zu den Anderen!<<, unterbrach Herr Klaus Vickys Gedanken. Er wand sein Gesicht den rund 15 anderen Interessenten zu, >>Bei euch wird es jetzt erst richtig kritisch! Ihr müsst euch eure Rollen aussuchen, während Romeo und Julia ihre Rollen auswendig lernen<<, er richtete den Blick wieder Vicky und Johannes zu,>>euch beide werde ich nur noch mit >Romeo< beziehungsweise >Julia< ansprechen. Wer kennt denn die Geschichte von >Romeo und Julia
Ein paar meldeten sich.
Na gut, dann wird ich sie euch schnell erzählen: In Verona gibt es zwei verfeindete Familien: Die Capulet, und die Montague. Die Geschichte beginnt damit, dass ein Verwandter des Prinzen Julia heiraten will, und deshalb wird ein Maskenball veranstaltet. Romeo, der von dem Maskenball durch Zufall erfährt, sieht, dass das Mädchen, in das er bis dahin verliebt war, auch eingeladen ist. Also geht er und sein Freund hin zu diesem Maskenball und dort verliebt sich Romeo in Julia. Und Julia natürlich auch in Romeo. Die Beiden beschließen zu heiraten.
Dann kämpfen jedoch Tybalt, der Neffe der Gräfin von Capulet, und Mercutio, Romeos Freund. Tybalt tötet Mercutio und dafür tötet Romeo dann Tybalt.
Romeo muss fort gehen, und weil Julia so viel weint (die Eltern denken wegen Tybalt) soll sie dann den Verwandten des Prinzen heiraten, obwohl sie doch schon verheiratet ist. Deshalb denkt sie sich einen Plan aus: Julia trinkt ein Gift, das sie drei Tage schlafen lässt und alle denken sie wäre tot. Dann soll Romeo sie holen kommen und sie fliehen zusammen.
Aber bei der Übertragung des  Planes geht etwas schief, und als Romeo kommt, denkt er, Julia wäre wirklich tot und trinkt Gift, das er zufällig dabei hatte. Als Julia aufwacht und den toten Romeo neben sich sieht, nimmt sie seinen Dolch und ersticht sich.
Am Grab ihrer Kinder versöhnen sich dann die beiden Häuser, und der Streit ist zu Ende. Okay, alles verstanden? Dann an die Arbeit!<<
 
Nach einundhalb Stunden waren dann alle (vor allem mit den Nerven) fertig und trudelten so nach und nach in Richtung Busbahnhof oder zum nächsten Zug. Genauso wie Vicky.
Sie war müde und ein wenig genervt, aber glücklich. Ihr Partner Johannes (von allen nur noch >Romeo< genannt wurde) war ganz nett, behielt sich den Text gut, und roch nicht unangenehm aus dem Mund (jedenfalls hatte Vicky es nicht gerochen). Gute Vorraussetzungen also, doch vor dem Bühnenkuss scheute es sie immer noch ein wenig.
Der eigentliche Grund jedoch, warum sie fertig mit den Nerven war, war eigentlich, dass Kevin ihr wo es nur ging eins auszuwischen versuchte. Er turtelte mit den anderen Mädchen herum, und sah Vicky dabei an (sie hatte natürlich so getan, als hätte sie es nicht bemerkt), er meckerte an ihr herum, wenn sie beim Üben mit Romeo ihren Text vergas, was wirklich nicht oft vorkam, und das aller Höchste war noch, dass er sich doch tatsächlich für die Zweitbesetzung des Romeos angemeldet hatte, und angesichts seiner enormen Charme, hatte das Mädchen, das die Rollen vergab, natürlich nur stürmisch nicken und seinen Namen auf ihren Zettel kritzeln können. Eigentlich wusste Vicky nicht was sie mehr aufregte: das er die Chancen des Theaters aufs Spiel setzte, indem er versuchte Vicky eins auszuwischen, und doch eigentlich überhaupt nich gut schauspielern konnte, oder, dass alle Mädchen (mal abgesehen von ihr), ganz einfach um den Finger wickelte. Vicky war wirklich, wirklich sauer mit ihm. Wirklich sauer. Und da kam es ihr ausgesprochen ungelegen, dass Kevin sie einfach nicht in Ruhe ließ.
>>Hey, Julia, was machst du denn heute noch so?<<
Vicky versuchte ihre Schritte zu beschleunigen, doch Kevin holte sie mühelos ein. Sie stöhnte genervt.
>>Nichts was dich etwas angeht, Möchtegern-Romeo.<<
>>Sei doch mal ein bisschen netter zu mir, oder versuch es wenigstens!<<
>>Ich bin nett, du hast mich noch nicht wütend erlebt.<<
>>Gerade wirkst du sehr wütend auf mich.<<
Nun hatte er sie ganz eingeholt und baute sich mit seinem unglaublich maskulinem Körper direkt vor Vicky auf. Es machte sie rasend.
>>Geh mir aus dem Weg, du blöder Depp, und lass mich in Ruhe.<<
>>Oh, du findest das ich aussehe wie Jonny Depp?<<
Ihr Kopf platzte beinah und sie hätte ihm gern in seine empfindlichsten Teile getreten, wenn sie nicht genau gewusst hätte, dass er gut einen Kopf und bestimmt fünfzehn Kilo mehr hatte als sie, und sie das Echo mit Sicherheit nicht vertragen könnte.
>>Lass mich in Ruhe und hör auf mit dem doofen Geschwafel!<<
Er schaute sie an, und seine blauen Augen blitzten Reumütig. >>Du hast Recht.<<
Es war ein einfacher Satz, doch es warf sie völlig aus der Bahn. Sie war so verdattert, dass sie in Kevin hineinrannte.
>>Hoppla!<<, grinste er verwegen, als sie sich an ihn klammerte, um nicht hinzufallen.
>>Aber jetzt mal ehrlich, du hast recht! Ich werde aufhören mit dem Geschwafel, und gleich zum Punkt kommen: Ich bin dir eigentlich nur hinterhergerannt um dich zu fragen<<, er machte eine bedeutungsvolle Pause, >> wann wir uns wiedersehen.<<
Es war wie eine Frage formuliert, doch Vicky ignorierte es einfach. Stattdessen verzog sie das Gesicht. >>Ich glaube, du hast die Frage falsch formuliert. Es heißt: Ich wollte fragen, ob wir uns irgendwann wiedersehen. Und die Antwort ist: Ja!<<
Nun sah Kevin verdattert aus, doch Vicky hatte schon wieder Luft geholt, und vollendete ihren begonnen Satz: >>Und zwar zur nächsten Probe, nächsten Montag um halb drei gleich hier.<<
Das hatte gesessen. Vicky drehte sich weg, doch Kevin war hartnäckiger als sie gedacht hatte. >>Was ist mit vorher, eine Woche ohne dich, das halte ich nicht aus!<<
Vicky wusste nicht genau, ob es ironisch gemeint war oder nicht. Aber natürlich war es ironisch gemeint, es musste ironisch gemeint sein.
>>Und das war nicht ironisch gemeint.<<
Da. Peng! Das war’s. Es war der berühmte letzte Tropfen in einem vollen Fass und es brachte es einfach zum überlaufen. Sie hätte am liebsten geheult.
Der Grund war ganz einfach: Sie war immer die jenige, die die Gedanken anderer Leute lesen konnte. Es gerade aus dem Kopf der Leute nehmen, wie es Jojo immer ausdrückte. Doch niemand, noch niemand, selbst Jojo, oder Eric, oder ihre Ma, niemand hatte je ihre Gedanken lesen können. Und jetzt, jetzt kam einfach dieser superdupergutaussehende, tolle, einzigartig heiße und dazu noch intelligente Kevin in ihr Leben, der anscheinend nichts besseres zutun hatte, als ihre Gefühle am laufenden Band durcheinander zu wirbeln. Und er konnte ihre Gedanken lesen.
Okay, jetzt sah sie es ein: dieser Mann war extrem gefährlich.  
>>Also wann jetzt. Und wo?<<
Eben noch in der Aura dieses Mannes total gefangen, erkannte sie nun eine weit gefährlichere Situation auf sich zukommen: Ihre Mutter. Und wenn die herausfand, dass sie sich gerade (viel zu innig nach ihrem Geschmack) mit dem absoluten Erzfeind unterhielt, dann wäre das wohl nicht das Beste und nicht die feine Art, sich mit Ruhm zu bekleckern. Um es besser auszudrücken: es war eine heilloses Desaster und würde ihr mindestens hundert Jahre Hausarrest einbringen. Das alles lenkte nur so auf eine Katastrophe hin.
>>Hey, Vicky?<<
>>Meine Ma<<, war die knappe Antwort. Er folgte ihrem Blick. >>Dienstag, um halb fünf, hinter dem Feld, da ist so ’ne Wiese, da treffen wir uns.<<
Vicky konnte nicht glauben was sie gerade getan hatte, aber Kevin entfernte sich schon, wohl ziemlich verdattert, dass sie nicht protestiert hatte. Schnell, bevor Vicky es sich noch anders überlegen könnte, oder ihre Mutter ihn sehen würde, entfernte sich Kevin. Vicky war ihm extrem dankbar.
 
25.6. Montag   Später an diesem Tag
Jojo kaute auf ihren Fingernägeln, zwirbelte ihr kurzes Haar, verdrehte entnervt die Augen und wandte sich dann wieder ihren Fingernägeln zu. Als das Telefon klingelte, sprang sie erschrocken auf.
>>Hallo?<<, sagte sie atemlos.
>>Na Süße, was gibt’s so Neues?<<
>>Sie kommen.<<
>>Was?<<
>>Sie kommen. Oh mein Gott, ich glaub ich platzte.<<
>>Nochmals für Doofe: Wer kommt, und wohin?<<
>>Mathias und Jan. Sein Sohn. Hierher. Jetzt. Was soll ich tun?<<
>>Ehrlich gesagt, ich habe keine Ahnung! Was sollst du denn tun?<<
>>Das habe ich dich gerade gefragt.<<
>>Aber ich weiß es nicht. Okay, ich hab’s: Yoga. Tief einatmen, ausatmen, einatmen, ausatmen!<<
>>Hör auf mit dem Mist! Ich braue etwas Richtiges zur Beruhigung.<<
>> Und was könnte das sein?<<
>>Erzähl was.<<
>>Und was bitte schön?<<, Vicky klang schon beinah genervt. Jojo riss sich zusammen.
>>Was von dir.<<
>>Nun ja. Ich glaube, ich habe Mist gebaut. Richtigen Mist.<<
>>Hast du geraucht? Nein, Vicky würde doch niemals rauchen. Hast du dein Haus abgefackelt, oder die Küche zum explodieren gebracht?<<
>>Quatsch, nein. Ich habe morgen...eine Verabredung.<<
>>Ein Date? Und du redest von Mist? Mädchen, du solltest in die Luft springen oder vor Glück weinen, oder so.<<
>>Ja, oder so. Nein, es ist kein Date. Es war mehr eine...eine Notlösung.<<
>>Eine Verabredung ist niemals eine Notlösung, und eine Notlösung ist niemals eine Verabrednung, okay.<<
>> War es aber! Es war wie... er kam und schwatzt mich voll, meine Ma kommt, ich will ihn loswerden, und er sagt zu mir: Ich geh nur, wenn du mir sagst, wann wir uns wiedersehen. Okay, vielleicht nicht so, aber er verhielt sich so. Naja, da hab ich ihm halt einen Treffpunkt und so gesagt. Es war...eben nur eine Notlösung.<<
>>Na und, freu dich trotzdem, ich meine, er ist doch bestimmt toll, oder?<<
Vicky lachte bitter. Das Beste hatte sie Jojo noch gar nicht verraten.
>>Er heißt Kevin.<<
>>Ja und, tausende von Leuten heißen Kevin. Was ist da so besonderes dran?<<
>>Es ist nicht sein Vorname, es ist sein Nachname.<<
>>Ha ha, das Einzige was an einem Nachnamen schlimm sein kann, ist die Familie die dahintersteckt. Also nimm’s nicht so ernst, okay. So schlimm wird es schon nicht sein.<<
>>Es ist schlimmer als du denkst. Sein voller Name ist Kevin Schneider.<<
Totenstille, Nichts rührte sich mehr. Der Augenblick wurde hingezogen wie eine Million Augenblicke. Eine erdrückende Stille breitete sich aus.
>>Findest du es denn schlimm?<<, brach Jojo die Stille.
>>Was?<<
>>Das er der Sohn der schlimmsten Konkurrenten deiner Eltern ist?<<
>>Weiss nicht. Ich wollt deine Meinung hören.<<
>>Überleg mal. Denk drüber nach.<<
Und Vicky dachte. Oh ja, und wie sie dachte. Ihr Schädel brummte, und sie hätte sich nicht gewundert, wenn Rauch aus ihrem Kopf gekommen wäre. Eigentlich war es ihr egal, ob er nun Schneider, oder Müller oder auch Bäcker hieß, es hatte nichts mit der Person in sich zu tun. Nicht wirklich jedenfalls.
>>Du hast Recht<<, brachte sie schliesslich hervor, >>natürlich hast du Recht. Es ist mir egal ob er Schneider heißt, oder ob seine Eltern meinen Konkurrenz macht. Ich mag ihn so oder so nicht.<<
>>Aber du hast ein Date mit ihm!<<
>>Ich würde es eher als eine Notverabredung aus einer Notsituation sehen. Nicht anders, und vor Allem: Es ist kein Date, sag das bitte nie wieder.<<
>>Ich soll also nie wieder sagen, dass du ein Date mit einem Jungen hast, den du offensichtlich toll findest, da du sonst nicht zugestimmt hättest, sondern ihn vielleicht noch vor deiner Mutter bloßgestellt hättest, willst du mir das damit sagen?<<
Ein Seufzer: >>Ja!<<
>>Nun, das ist mir egal.<<
Noch ein Seufzer. >>Hab ich mir schon fast gedacht.<<
>>Mal eine andere Frage: Wie sollte dein Freund aussehen?<<
Jojo wusste, dass sie ihre Freundin ein wenig überrumpelte, aber das gefiel ihr. Für sie, Jojo, war es ziemlich klar, dass Vicky Kevin hoffnungslos verfallen war, und wenn sie nicht zu geschockt von der Tatsaxche wäre, dass heute ihre Neue Familie einzog, hätte sie sich sogar (wenn auch heimlich) fuer Vicky gefreut.
>>Aussehen oder Charakter?<<
>>Beides.<<
>>Okay, er sollte mindestens einen Kopf größer sein als ich, einen guten Body haben, weiße Zähne, wenn es geht blaue Augen, dunkle Haare, große, starke Hände und er sollte unglaublich maskulin wirken. Sonst sollte er witzig, charmant und nett sein. Natürlich auch intelligent. Und lieb zu Tieren und so...und er sollte, naja, meine Gedanken lesen können. Du weißt schon...Guter Küsser sein, nette Freunde haben und beliebt sein. Das übliche halt.<<
>>Welche Eigenschaften davon hat Kevin?<<
Vicky musste kräftig schlucken. >>Naja...<<, brachte sie irgendwann hervor, >>Eigentlich gar keine, oder kaum welche. Er ist nur einen Kopf größer als ich, ist ziemlich maskulin, hat weisse Zähne, blaue Augen, kohlrabenschwarzes Haar, ist witzig und nett, also zu mir nur manchmal und er ist beliebt und alle fahren auf ihn ab. Naja, die Mädels, halt. Und...<<
>>Und was?<<
>>Heute hat er, naja, ich weiss ja auch nicht wie ich’s sagen soll, er hat...<<
>>Hör bitte auf hier herumzustottern und sag mir endlich was los ist!<<
>>Er hat meine Gedanken. So! Jetzt ist es raus. Zufrieden?<<
>>Ich hab zwar nicht genau mitgezählt, aber es kommt mir schwer so vor, als ob dein Traummann ungefähr, oder eigentlich genau, auf Kevin passt. Naja, mich wundert’s ja nicht sonderlich.<<
>>Stimmt überhaupt nicht! Was soll das denn bitte heißen?<<
>>Das du in den mitlerweile vierzehn Jahren unserer Freundschaft nie so sauer auf einen Kerl warst, der der Konkurrent deiner Eltern und dein absoluter Traummann ist und mit dem du auch noch ein Date...<<
>>Notlösung!<<, warf Vicky erbost ein, doch Jojo sprach einfach undehindert fort, >>ein Date hast.<<
Vicky schwieg beleidigt, oder auch beeindruckt, Jojo wusste es nicht. Aber sie wusste auch nicht, wieso Vicky ihren Traummann so hasste, und das tat sie ja wohl.
>>Ja und, dann hasse ich ihn halt. Und? Wenn das so schlimm für dich ist, kannst du ich  ruhig haben! .<<
>>Hör bitte auf meine Gedanken zu lesen, mach ich ja bei dir auch nicht.<<
>>Stimmt, kannst du auch gar nicht.<< Jojo haette es nicht gewundert, wenn Vicky dem Telefon die Zunge rausgestreckt haette. Nein, überhaupt nicht gewundert.
>>Stimmt auch, dafür hab ich ja Kevin arrangiert.<<
Jojo hörte wie Vicky schon Luft zu einer Antwort holen wollte, als ein Klicken an der Tür ihre Aufmerksamkeit erregte.
>>Hör mal, Vicky, ich glaub sie kommen. Ich muss Schluss machen. Wir sehen und morgen in der Schule, okay?<<
Vicky verabschiedete sich und legte auf. Jojo versuchte sich zu beruhigen, indem sie (Vicky hatte es ja vorgeschlagen) ein- und ausatmete und sich kräftig streckte. Nun war der Augenblick der Wahrheit. 
>>Jojo, Schatz, komm doch bitte her<<, flötete ihre Mutter.
Jojos Haende begannen zu schwitzen und ihr Magen fuehlte sich ungewohnt schwach an.Was war mit ihr los? Es war bloss ein Junge, der eine Zeit lang bei ihr wohnen würde, wie in einer WG. Nichts besonderes, also.
>>Ja, Ma!<<, antwortete Jojo ein bisschen verspätet.
Sie ging durch ihr Zimmer hinein in das Wohnzimmer, weiter durch die Küche am Bad vorbei in den Flur. Doch als sie dort ankam sah sie nur Mathias und ihre Ma, keinen Jan und auch nur einen Koffer.
>>Jan verspätet sich<<, antwortete Mathias auf ihren fragenden Blick. Na super, jetzt war er auch noch zu spät, toller Anfang einer Wohngemeindschaft.
Und so schleppte Mathias seinen Koffer in das Zimmer ihrer Mutter und Jojo selbst machte sich ersteinmal etwas zu Essen und danach wartete sie. Und wartete, und wartete.
Als er um halb acht immer noch nicht da war, beschloss sie, ein neues Bild zu beginnen, denn eins von Jojos liebsten Hobbys war das Malen. Und so malte sie ein Weinglas neben einer Zitrone und einer Flasche, aber sie konnte sich nicht richtig konzentrieren, und so war es an manchen Stellen undeutlich oder verschmiert.
Endlich, um kurz vor halb Neun klingelte es an der Haustür, und Jojos Mutter stieß ein großes >Hallo< aus, als sie ihren fastigen Stiefsohn in die Arme nahm. Jojo tat so als ob sie ihren Stiefbruder nicht bemerkt hätte und malte eifrig weiter an ihrem Bild. Dieser laufende Pickel konnte ihr gestohlen bleiben, mal ehrlich. Sie brauchte keinen blöden, nervenden, Zimmer-wegnehmenden, widerwärtigen, telefonklauenden großen Bruder, auch nicht, wenn er >nur auf Probe< sich bei ihr einnistete.
>>Jojo, kommst du bitte und begrüßt Jan.<<
Nichts lieber als das, dachte Jojo und ballte die Hand zur faust vor Wut. Der konnte was erleben. Wenn er meinte, er könne ihr das Leben schwer machen, das was er kann konnte sie schon lange und mit links.
Krieg der Welten stand an.
 
>>Hi<<, hatte Jan sagen wollen, doch es blieb im mitten im Satz stecken. Nein, das konnte nicht sein und das durfte nicht sein. Nicht sie. Lieber ein dickes, pickliges Etwas, was denn ganzen Tag nur mampfte oder von ihm  aus auch eine Magersüchtige, aber nicht dieses entzückende Wesen, dass ihm schon den Kampf erklärt hatte, bevor er den Raum betrehten hatte, die hinter ihrem Rücken, die Hand aus Wut zur Faust geballt hatte (und er sah es genau, obwohl sie krampfhaft versuchte, es zu verstecken). Nicht sie.
Nicht das Mädchen, dass er beinnah über den Haufen gefahren hätte, gestern oder vorgestern.
Er hatte gedacht, sie wäre eine Nachbarin, das wäre schon schlimm genug gewesen. Doch nie hätte er es für möglich gehalten, dass sie seine Stiefschwester sein könnte, sein Vater hatte gesagt, sie wäre viel jünger als er und nicht gerade sonderlich gesellschaftstauglich. Doch dieses Mädchen war nur um die zwei, vielleicht sogar nur ein Jahr jünger als er, ausserdem unglaublich hübsch.
>>Hi, ich bin Jan<<, presste er geschocket zwischen den Zähnen durch.
>>Jojo. Ich bin übrigens diejenige, die ihr Zimmer hergeben musste wegen dir.<<
>>Hätte ich gewusst das es dein Zimmer ist, waere ich gar nicht erst hergekommen<<, schoss Jan zornig zurück.
>>Dann hatte es dir besser jemand gesagt, dann wäre mir wohl einiges erspart geblieben.<<
>>Mir wohl auch, wie’s scheint!<<
>>Hört auf ihr beiden! Ihr habt euch noch gar nicht richtig begrüßt, da streitet ihr schon das erste Mal. Mein Gott, reisst euch zusammen! Beide.<< Jojos Mutter sprühte nur so vor blanker Wut, und ihr Mund war so dünn wie ein Schlitz. Jojo fand, es versaute ihr schönes Gesicht vollkommen, doch jetzt hatte sie andere Sorgen.
Jojo drehte sich weg, lief in ihr Zimmer, schloss die Tür ab, legte sich in ihr Bett und schluchzte lautlos. Das hier war schlimmer als ihre schlimmsten Befürchtungen waren. Es war nahezu grauenhaft. Totbringend. Eine wahre Katastrophe.
Und das war erst der Anfang!
 
26.6. Dienstags   Noch 3 Wochen und 4 Tage bis zum Ball
Lonlyboy17:
Hi, wie geht’s dir heute?
Holidayskin:
Gut, und dir?
Lonlyboy17:
Ich hab dich schon vermisst.
Holidayskin:
Du Armer!
Chris musste grinsen, obwohl das hier eigentlich nicht umbedingt zum Lachen war. Es war mehr zum in die Luft springen, oder in Tränen ausbrechen. Doch sie grinste nur.
Lonlyboy17 war wirklich nett, und nun schrieben sie sich schon den dritten Tag. Das war einfach zum verrückt werden. Chris war überglücklich.
Endlich hatte sie mal jemanden gefunden mitdem sie ueber alles reden konnte.
Über Sport (besonders Fussball, denn Chris spielte es am Liebsten), oder Stars, oder Schule. Manchmal sogar über Gefühle und Freunde. Lonlyboy17 war der einzige Mensch, mal abgesehen von Bea, dem sie von Marc erzählt hatte, obwohl sie ihn nicht Marc sonder David genannt hatte, nur zur Sicherheit. Chris wusste auch nicht genau warum. Nur so halt.
Lonlyboy17:
Hey, wollen wir nicht mal die Telefonnummern tauschen?
Holidayskin:
Woher weiß ich denn, das du nicht in Wirklichkeit dreißig oder so bist? Von so etwas hört man doch dauernd in den Nachrichten und im Radio.
Lonlyboy17:
Ich bin schwer beleidigt.
Holidayskin:
Warum? Bin doch auch nicht beleidigt, wenn du mich das Selbe fragst. Kann doch sein, oder?
Lonlyboy17:
Ja, schon. Trotzdem, ich bin geschockt.
Holidayskin:
Sorry...
Lonlyboy17:
Liegt nicht an dir! Meine ist die....
Und so wurden Nummern getauscht. Chris war zunächst nicht wohl dabei, deswegen gaben sie sich nur die Handynummern, nicht die von Zuhause. Und Lonlyboy begann auch gleich. Er rief an.
>>Hallo?<<
>>Hallo Hollydayskin. Belassen wir’s bei unseren Chatnamen, für’s Erste.<<
>>Von mir aus Lonlyboy17<<
>>Lass das >17< bitte weg, nur Lonlyboy.
>>Und, warum hast du angerufen?<<
>>Naja, ich wollte dich mal kennenlernen. Hörst du meine Stimme?<<
>>Ich bin gottseidank nicht taub. Ich höre dich klar und deutlich<<, neckte sie ihn.
>>Gut, also, hört sich meine Stimmer für dich an wie die eines dreißigjährigen?<<
>>Nein, eigentlich nicht.<<
>>Gut, dann hätten wir das ja geklärt.<<
>>Jep.<<
>>Wie sah dieser David aus?<<
>>Blones Haar, blaue Augen, echt heiss. Total super, sag ich dir.<<
>>Ich sehe so ähnlich aus, weißt du.<<
>>Du meinst, blondes Haar und blaue Augen?<<
>>Ja, und echt heiss, total super, sag ich dir<<, verspottete er sie leise.
>>Ziemlich eingebildete, oder?<<, grinste sie ihn.
>>Wenn du das sagst!<<
Und sie telefonierten noch ziemlich lange, bis einer der Beiden dann endlich bemerkte, dass sie mit einem Handy telefonierten.
Danach wurde sich für den nächsten Tag verabredet und aufgelegt.
Und natürlich auf morgen gefreut!
 
26.6. Dienstag   Zur gleichen Zeit im >Veranda<
Als Anna den langen Weg unter den wild wuchernden Eschen entlang lief, ließ sie sich extra Zeit. Sie wollte ein wenig zuspät sein. Es sollte nicht so aussehen, als ob sie sich freute, dass ihr heimlicher Schwarm sie in ein Café einlud. Es sollte ganz so wirken, als ob sie es gerade so geschafft hätte, und auch gleich wieder gehen musste.
Und sich ja gar nicht freute.
Eric wartete schon an einem Tisch auf sie, es war der zwanzigste Juni, kurz nach der großen Party würde es Sommerferien geben, und es war unendlich heiß. Sie schwitzte leicht, obwohl sie nicht wusste, ob es wegen des Wetters oder wegen Eric war. Und sie wollte es lieber auch nicht wissen. Sicher war sicher.
>>Da bist du ja endlich<<, begrüßte Eric sie in einem leicht barschem Ton.
>>Ich kann auch wieder gehen, also sein ein wenig freundlicher zu mir, Ernie.<<
>>Eric.<<
>>Mein ich doch.<<
Anna setzte sich auf Erics Zeichen hin. Sie sah ihn neugierig an.
>>Heiß heute, oder nicht?<<
>>Ich denke nicht, dass ich herkommen sollte, weil du mit mir übers Wetter reden willst, oder?<<
Eric lachte. >>Stimmt, du bist ziemlich direkt, dass mag ich, weißt du.<<
Seine Worte brachten ihr Blut zum Wallen. Doch sie durfte sich nicht gehen lassen.
>>Also, worum geht’s, ich hab nicht den ganzen Tag Zeit!<<
>>Natürlich<<, Eric hob eine Augenbraue, und Anna fand, dass er und Vicky sich doch unglaublich ähnlich waren. >>Es geht um...Liebe.<<
>>Liebe?<<, prustete Anna, >>was weißt du denn über Liebe? Wahrscheinlich nichts, denn jemand, dessen Beziehungen immer nur eine Woche halten, wenn’s gut läuft, hat bestimmt noch nicht die große Liebe gefunden, oder?<< Anna biss sich zornig auf die Unterlippe. Na toll, sie hatte es mal wieder geschafft. Einfach brilliant, wie sie es immer fertig brachte, sie in Schwierigkeiten zu bringen. Besonders für jemanden der still ist!
>>Für jemanden, der nicht mal meinen Namen weiß, kennst du dich aber reichlich gut über mein Beziehungsleben aus.<<
>>Also stimmt es?!<< Anna versuchte ihren Fehler zu überspielen, >>deine Beziehungen halten wirklich immer nur eine Woche. Genau wie Vicky es immer erzählt<<, fügte Anna noch schnell dazu.
>>Nun, aber ich glaube, ich habe die große Liebe gefunden. Oder zumindest hat es den Anschein.<<
>>Aha, wer ist die Glückliche?<<
>>Du kennst sie gut.<< Anna zuckte unmerklich zusammen, als diese Worte vielen. Das konnte doch nicht sein, oder?
>>Es ist, es geht um deine Cousine Sabrina.<< Annas Herz sank ihr in die Hose, nein bis zu den Knie, wenn nicht in die Füße hinein. Und sie hatte sich Hoffnungen gemacht, oh Mann, war sie ein Depp. >>Wieso, was hast du denn mit Sabrina zutun?<< Anna versuchte das Zittern in ihrer Stimme zu verbergen. Dieses Gespräch nahm keine guten Züge an, meinte sie.
>>Noch nichts, das ist das Problem, das will ich ändern. Und du kannst, nein wirst, mir dabei helfen.<<
>>Ich verstehe nur Bahnhof.<<
>>Du<<, Eric deutete mit einem Playboylächeln auf sie,>>du wirst mir Sabrina einfach vorstellen. Und du wirst ihr erzählen, wie nett ich bin, und sie überreden, mit mir zu gehen. Verstanden?<<
>>Das klingt wie ein Befehl, aber auf Befehle reagiere ich nicht, außer wenn meine Ma sie stellt. Das ist etwas anderes. Aber du bist nicht meine Ma, oder etwa doch? Ist unter dieser Kappe vielleicht eine Haarpracht versteckt?<<
Eric ignorierte ihren Einwand. >>Es wird ganz einfach sein, sie vernarrt in mich zu machen. Ich muss sie nur einmal küssen.<<
Anna hörte nicht richtig zu, sie ließ sich Erics Vorschlag durch den Kopf gehen. Wenn sie nein sagte, wäre er ihr auf ewig böse, und außerdem Würde er eh einen anderen Weg finden, an Sabrina heranzukommen, dazu brauchte er nicht wirklich sie.
Aber wenn sie ja sagte, hätte sie einen Vorwand, mit ihm zusammen zu sein, werde ihn vielleicht besser kennen lernen, und er wäre ihr dann etwas schuldig. Hörte sich irgendwie viel besser an.
>>Aber was ist, wenn ich nicht will? Ich möchte nicht, dass meine arme Cousine ihren Kopf an jemanden verliert, der sie doch sowieso wieder nach ein paar Tagen verlässt. Wo liegt denn da der Sinn?<<
>>Nun, wenn du es tust, hast du was bei mir gut.<<
>>Und was?<<, kam die prompte Antwort.
>>Einen Kuss?<<
>>Vergiss es.<<
>>Eine Shoppingtour auf meine Kosten?<<
>>Träum weiter.<<
>>Nun gut. Das hier wird schwierig, das sehe ich schon. Aber für Sabrina gehe ich wohl über Leichen, und auch über störrische Mädchen.<<
>>Hey, dass ist nicht fair! Ich will nur einen ordentlichen Handel, mehr nicht.<<
>>Nun gut, ich hörte, du bist nicht besonders gut in Sport. Stimmt das?<<
>> Für jemanden, der nicht mal meinen Namen weiß, kennst du dich aber reichlich gut ueber mein Schulleben aus.<<
>>Ich kannte deinen Namen. Und außerdem, bin ich halt der Mittelpunkt der Klatschbörse.<<
>>Das glaub ich gern.<<
>>Wie dem auch sei, wenn du mir hilfst, Sabrina zu schnappen, helfe ich dir, in Sport auch auf eine Eins zu kommen. Abgemacht?
>> Nach dem Motto: Deal or no Deal, oder was?<<
>>Drück den Knopf, Kleines.<<
>>Was kriege ich noch?<<
>>Was willst du denn noch?<<
Plötzlich hatte Anna eine Idee: >>Okay, ich hab was. Es geht um den Ball. Es ist ja mittlerweile bekannt, dass man einen Partner haben sollte. Wir Mädels haben gewettet, dass die Jenige, die noch keinen Tanzpartner bis dahin gefunden hat, mit dem Klee, Robin Klee tanzen muss. Es ist ganz einfach: Ich helf’ dir, du bringst mich auf eine Eins in Sport, und du gehst mit mir zu diesem Ball, vorausgesetzt, was wahrscheinlich nicht der Fall sein, wird, ich bis dahin noch keinen gefunden habe. <<
>>Eins in Sport plus Tanzpartner spielen gegen Sabrina? Was sagst du? Deal or no Deal?<<
>>Deal!<<, sagte Anna ziemlich entschlossen.
 
26.6. Dienstag    Später am Tag
>>Oh Mann Chris, stell dir nur mal vor: Er hat eine Freundin! Was soll ich denn jetzt machen?<<
>>Wie wär’s mit freuen? Immerhin würde Sebastian sich auch für dich freuen, wenn du einen Freund hättest.<<
>>Ich dachte, ich könnte vielleicht mit ihm zum Ball gehen, falls ich niemanden finde. Aber das kann ich mit ja jetzt abschminken, dank dieser doofen Ziege Saskia!<<
>>Hey, bis zum Ball sind doch noch dreiundhalb Wochen Zeit, bis dahin sind die bestimmt längst nicht mehr zusammen! Vertrau mir. Sebastians Beziehungen halten doch sowieso nie so lange, oder? Ist diese Saskia wirklich so doof, oder sagst du das nur weil sie dir nicht in den Kram passt?<<
>>Naja, sie war eigentlich ja ganz nett zu mir, aber ich meine, sie ist schlecht für Sebastian. Sie wird ihm weh tun, das weiß ich jetzt schon.<<
>>Was macht dich denn da so sicher?<<, Chris war ziemlich verdutzt, >>Du kennst sie doch erst seit rund zwei Tagen.<<
>>Schon<<, antwortete Bea ohne zu Zögern,>>Aber mit der stimmt was nicht. Das fühle ich.<<
>>Okay, jetzt hör mal bitte zu Beatrice.<<
>>Ja, Christin, ich bin ganz Ohr.<<
>>Du verwandelst dich gerade in eine eifersüchtige Exfreundin, die immer noch etwas von ihm will. Das stimmt doch nicht, oder? Du willst doch nicht etwa was von ihm?<<
>>Natürlich nicht!<< Bea war entrüstet, >>Aber er ist mein bester Freund, ich muss mich doch auch für ihn interessieren, und wenn ich sehe, dass er in Schwierigkeiten ist, dann will ich ihm natürlich helfen. Was denn sonst.<<
Chris seufzte.>>Wenn du meinst, Bea. Ich bin mir da zwar gar nicht so sicher, aber ich gib dir trotzdem den Rat: Verhalt dich nicht so, als wärst du eine verschossene, dumme Exfreundin. Das ist alles was ich dir raten kann. Rette ihn nicht aus Schwierigkeiten, aus denen er gar nicht gerettet werden will, okay?<<
>>Wenn du meinst. Ich werde mich zurückhalten, aber nur, weil du es sagst!<<
>>Ich muss, dir ja noch von >Lonlyboy< erzählen. Er ist so süß, er ist so...<<
>>Ich weiß<<, unterbrach sie Bea, die überhaupt keine Lust hatte, sich den ganzen Vortrag noch mal anzuhören, und fügte etwas leisere hinzu: >>Du kennst ihn doch gar nicht. Was, wenn er in Wirklichkeit zwar nett, aber extrem häßlich ist. Du zerreisst dich, sag ich dir.<<
>>Kümmere du dich um deinen tollen Sebastian und um sein Herzblatt, aber misch dich nicht bei mir ein.<<
>>Ach ja, du darfst dich einmischen oder was, und ich nicht. Na du bist ja ’ne tolle beste Freundin, Na danke.<<
Chris antwortete der vor Wut brodelnden Bea nicht.
>>Bist du noch dran, oder hast du aufgelegt?<<, Bea Worte waren nicht mehr so scharf, aber Bea fand, der scharfe Unterton war ganz gut.
>>Ja, ich bin noch dran. Entschuldige bitte, ich meinte das nicht so. Ich wollte sagen, dass du die Leute ersteinmal kennenlernen musst, bevor du sie verurteilen kannst. Lern erstmal Saskia kennen und dann vertrage dich mit ihr, ich glaube, du würdest damit Sebastian eine riesen Freude machen, ehrlich. Außerdem, vergiss vor lauter Sebastian nicht unsere Wette. Und was >Lonlyboy<, angehet, du hast recht, er könnte häßlich und gestört sein, aber ich glaube es nicht. Oh, er ist gerade on gegangen, ruf dich später noch mal.<<
>>Tschau, bis später, dann.<<
>>Byebye, und denk darüber nach, was ich dir gesagt habe!<< Mit diesen Worten legte sie auf.
Na toll, dachte Bea nur verärgert. Jetzt würgte ihre beste Freundin sie auch noch ab, nur weil ihr toller >Lonlyboy< am Apparat war.
Bea schnaubte verächtlich. Das war ja wohl mal echt grandios: Chris hatte >Lonlyboy<, Sebastian nun Saskia und was sie anging, Würde sie, wenn es so weiterging, wohl bald mit Robin Klee tanzen. Na darauf konnte sie getrost verzichten.
Und was konnte sie jetzt machen? Sie prustete einmal laut in ein Taschentuch, dann griff sie erneut zum Telefon und wählte Sebastians Nummer. Nach drei Mal tuten, ging Sebastian ran.
>>Hey, Basti, stör ich dich?<<
>>Ich weiß nicht, Bea, Saskia wohl jeden Augenblick kommen.<<
>>Ich, ich wollt nur schnell mit dir über Saskia reden.<<
>>Nur zu, ich bin ganz Ohr.<<
>>Also, ich weiß nicht, aber ich hab das Gefühl, dass sie...<<
>>...Einzigartig, bezaubernd und wunderhübsch ist?<<, fiel Sebastian ihr ins Wort.<<
>>Nein, eigentlich nicht.<<
>>Was meinst du damit?<<
>>Naja, es kommt mir ein bisschen so vor, als Würde sie dich Betrügern.<<
>>Betrügen? Das würde sie nie tun, wie kommst du darauf, außerdem sind wir erst zirka eine Woche zusammen. Das wäre ja wohl Grotesk, wenn sie mich betrügen würde.<<
>>Ja, ich glaub deinem Bauchgefühl ja, aber wie sie den Kellner am Montag angeschaut hat, und heute ist schließlich Freitag. Da kann eine Menge passieren.<< Das war schlichtweg gelogen, den Kellner hatte Saskia nicht einmal angeschaut, aber etwas besseres war ihr just in dem Moment nicht eingefallen.
>>Halt die Klappe, Beatrice. Ich finde das voll mies von dir, was du über Saskia erzählst.<<
>>Hör mal zu, Sebastian Holz, ich versuch nur dir zu HELFEN. Mehr nicht. Es könnte mir auch total egal sein, ob sie dich kreuzweise betrügt, aber es ist mir nunmal nicht egal, okay. Aber bitte: Lauf doch in dein Verderben hinein, mir soll’s egal sein. Und das eins klar ist, komm ja nicht heulend zu mir, kapiert.<< Und schon wieder hatte sie sich gezankt. Sie hätte wohl schwören können, es wäre Freitag, der Dreizehnte, aber leider war es Mittwoch, der Einundzwanzigste. Nun gut, hiermit wurde der Einundzwanzigste zu einem öffentlichen Pechtag ernannt. Jedenfalls was Bea anging.
>>Du brauchst mir nicht helfen, Bea, ich schaff das ohne Probleme alleine. Ich brauche deine Hilfe nicht. Misch dich nicht in meine Beziehungen ein.<<
>>Bis Morgen.<<
>>Bis Morgen.<< Sebastian legte auf, Bea stiegen die Tränen in die Augen. Hätte sie gewusst, was  bei diesem Gespräch herauskam, hätte sie mit Sicherheit nicht angerufen, aber eigentlich, schoss es Bea durch den Kopf, hätte sie wissen müssen, dass niemand besonders freundlich reagiert, wenn man ihm zu vermitteln versucht, dass seine Beziehung am Hintern ist, und Sebastian (und auch Chris) bildeten da keine Ausnahme.
Bea wusste nun echt nichts mehr mit sich anzufangen. Ihr stiegen Tränen in die Augen, und sie könnte sie einfach nicht mehr zurückhalten. Sie kullerten einfach über den Rand hinaus, als wären sie eigene, selbstständige Lebewesen.
>>Bea?<<, rief Anna laut und deutlich durch die Wohnung. Bea antwortete nicht. Das Letzte, was sie jetzt wollte, war mit Anna über die Schule zu reden, oder sich gar noch mit ihr zu streiten! Das wäre nämlich mit Garantie ihr Ende gewesen. Eindeutig.
>>Bea?<<, hörte sie Annas Stimme erneut rufen. Was konnte sie so dringend von ihr wollen?
>>Bea?<<, rief Anna nun ein drittes Mal, und stürmte ohne Vorwahnung in Beas Zimmer. Bea hingegen, lag auf dem Bett und tat so, als würde sie tief und fest schlafen.
>>Bea, ich weiß, dass du wach bist.<< Bea öffnete entnervt die Augen und rappelte sich auf. Sie hätte wissen müssen, dass ihr ihr Täuschungsmanöver niemals gelang, sie war halt keine gute Schauspielerin, dafür hatte sie ja Vicky.
>>Hey, Bea. Du hast ja geweint?!<<, sagte sie sehr behutsam. Anna kam zu ihr, setzte sich neben ihr aufs Bett und nahm sie in den Arm. >>Willst du mir nicht erzählen, was los ist?<<
>>Ich weiß nicht, Anna. Ich streite mich heute wegen Allem und Jedem, ich will mich nicht auch noch mit dir streiten.<<
>>Wir werden  uns nicht streiten, glaub mir. Was ist denn los?<<
Und Bea erzählte. Eigentlich, hätte sie niemals gedacht, dass Anna so gut zuhören konnte, aber Anna machte keinen Muchs, lächelte die ganze Zeit beruhigend, und reichte ihr fortwährend Taschentücher. Sie machte das richtig gut.
Als Bea geendete hatte, öffnete Anna dann doch den Mund, doch sie sagte etwas anderes, als alle anderen vor Ohr.
>>Ich kann verstehen, wie es dir geht, wirklich. Aber das ist kein Grund zum Weinen. Aber glaub mir, dass mit Chris ist kein Problem. Echt! Ich wette mit dir, morgen wird sie zur dir kommen, und wirst dich, oder du sie, um Verzeihung bitten. Und was Sebastian angeht: Wenn das was du ihm über Saskia erzählt hast, wirklich gelogen war, dann sag ihm das nicht, sondern erkläre ihm, dass du glaubst, dass seine Beziehung lange halten wird, und das du genau das zu versuchen  erreichst. Vielleicht ist es nicht ganz die Wahrheit, aber was soll’s. So rettest du dich aus dem Schlamassel, und Gott wird dir vergeben, glaube ich.<< Sie zwinkerte Bea belustigt zu.
>>Warum hast du mich eigentlich gerufen?<< wollte Bea nun wissen.
>>Ich wollte dich fragen, ob du Lust hast, mit mir Spaghetti zu machen. Wie wär’s?<<
Bea nickte und lächelte glücklich. Sie war richtig froh, Anna als Schwester zu haben und sie nahm sich fest vor, sich irgendwann bei Anna zu revanchieren. Bis dahin, ließ sie sich es aber ersteinmal richtig gut gehen, kochte mit Anna zusammen Spaghetti Bolognese und was Chris und Sebastian anging, so behielt Anna trotzdem Recht.
 
27.6. Mittwoch    Noch 3 Wochen und 3 Tage bis zum Ball
>>Und du hast echt ja gesagt?<<
Eileen war von Anna beeindruckt. Sie dachte darüber nach, während sie ihr Handtuch ausbreitete, was sie wohl gemacht hätte, wenn ihr Schwarm sie gebeten hätte, ihn mit ihrer Cousine zu verkuppeln. Wahrscheinlich wäre sie durchgedreht und wäre weggerannt, aber Anna war wie immer cool geblieben, und hatte das klügste gemacht, was man in dieser Situation hätte machen Können.
>>Klar hab ich ja gesagt, es kam einfach das Beste bei raus. Übrigens, ich find’s ist Total die gute Idee von dir gewesen, an den See zu gehen, bei dem Bullenwetter.<<
>>Bin halt immer für ein paar Ideen gut.<<
>>Jep<<, antwortete Anna nur, und kremte sich weiter ein. >>Ist nur schade, dass die Anderen nicht mitkonnten.<<
>>Ja, schon. Aber ich möchte jetzt auch nicht gern in Jojos Haut stecken, ihr neuer Bruder muss wirklich schlimm sein, und sie muss daheim bleiben und ihm zeigen wo es lang geht.<<
>>Und Vicky hatte heut auch irgendeinen Termin. Ehrlich gesagt, ich glaube sie trifft sich mit einem Jungen, auch wenn sie uns gesagt hat, sie muss für ihr Theaterstück üben.<<
>>Nicht zu vergessen sind Bea und Chris. Was wollten die noch mal machen?<<
>>Soweit ich weiß, haben die beiden sich gestern gestritten, deshalb gehen sie heute ins >Veranda<, um quasi ihre Freundschaft zu feiern. Bea hat mir gestern davon erzählt. Muss echt schlimm gewesen sein. Aber egal, zu zweit ist es auch schön.<<
>>Vorallem mit uns beiden.<<
>>Jep, da hast du recht. Können wir uns endlich einen Jungen für dich Angeln, schließlich willst du doch nicht mit dem Klee tanzen, oder?<<
>>Warum denn nur für mich, was ist denn mit dir?<<
>>Ich habe jemanden, keine Angst.<<
>>Ach ja?<<, Eileen wurde neugierig, >>Wen denn? Doch nicht etwa Eric oder?<<
>>Doch, um ehrlich zu sein. Ist mit drin, in unserem Deal. Ich helfe ihm, mit Sabrina zusammen zu kommen, dafür bringt er mich auf eine Eins in Sport und...<<
>>Spielt deinen Tanzpartner, falls du noch keinen gefunden hast?<<
>>Exakt. Brilliant, oder? Ich bin richtig von mir selbst überrascht.<<
>>Wirklich schlau<<, gab Eileen zu. Sie hätte das bestimmt nicht hinbekommen.
>>Also brauchen wir immer noch jemanden für dich. Schade, dass diese Rene kein Junge ist. Wusstest du, dass Rene auch ein Jungenname sein kann? Hab ich auch nicht gewusst. Ist aber so. Musst ich für Deutsch rausfinden.<<
>>Fang jetzt ja nicht von der Schule an, und um auf Rene zurückzukommen, ehrlich gesagt, ich bin froh, dass sie kein Junge ist. Wenn sie einer währe, dann hätte ich zwei Jahre lang einem Jungen geschrieben, dass ich umbedingt wieder einen Freund brache, nachdem Jens mich verlassen hat. Das wäre extrem Peinlich.<<
>>tp!<<
>>Bitte was?<<
>>Na tp<<, Anna zuckte mit den Schultern, >>Hat meine kleine Cousine mal zu mir gesagt. Tp steht für total peinlich.<<
>>Du meinst, die Cousine, die du nicht mir Eric verkuppelst?<<, neckte sie Anna.
>>Ich glaub nicht, dass Eric etwas von einer Zehnjährigen will, was meinst du?<<
>>Eher nicht. Aber auf tp muss man erst mal kommen. Respekt.<<
>>Ich werd’s ihr ausrichten.<< Anna lächelte Eileen an. Die Sonne schien und alles war gut.
Das einzige was ihr noch fehlte war also ein Freund. Aber sie war sehr zuversichtlich, dass das mit Annas und mit Renes Hilfe kein Problem werden würde.
>>Eileen, ich geh mir schnell ein Eis holen, komm gleich wieder. Soll ich dir eins mitbringen?<<
>>Wäre toll. Ich hätte gern ein Magnum mit Nüssen.<<
>>So, du willst Nüsse?<<, neckte Anna sie schamlos.
>>Auf meinem Eis: Ja. Sonst nirgends. Ich geb’ dir das Geld später.<<
>>Du meinst, später in diesem Jahr?<< Anna grinste und flitzte los um das Eis zu holen. Es war kein Geheimnis, dass Eileen immer Blank war, doch anscheinend machte es Anna nichts aus.
>>Hey, kannst du mich mal eincremen?<<, riss eine unbekannte Stimme sie aus ihren Gedanken. Eileen blickte auf, und sah direkt in zwei schöne, braune Augen. Sie war zunächst so überrascht, dass sie nicht antworten konnte. Vor ihr stand ein wirklich gutaussehender Junge.
>>Klar<<, brachte Eileen irgendwann hervor, und hätte ihre Worte am liebsten wieder zurückgeholt, doch das ging nun nicht mehr.
Der junge drückte ihr eine Tube Sonnenkreme in die Hand und lächelte total süß. Er war wohl so sechzehn oder älter, und Eileen glaubte ihn schonmal auf der Schule gesehen zu haben. Sie könnte sich aber auch irren.
>>Ich mache es schon, aber sollte nicht eigentlich der Junge das Mädchen eincremen, und nicht andersherum?<<, rette Eileen sich dann doch noch.
>>Stimmt.<>So, jetzt bin ich dran.<<
Eileen lächelte und kremte ihn ein. Es war irgendwie eine witzige Situation.
>>Ich heiße Simon<<, begann Simon das Gespräch.
>>Eileen. Gehst du auf die hiesige Schule?<<
>>Ja, und du?<<
>>Ich auch. Ich bin in der neunten. Noch.<<
>>Ich bin in der Zehnten. Auch noch.<<
Eileen lächelte und auch Simon grinste.
>>Hey, Eileen<<, rief Anna amüsiert, und als sie Simon sah sagte sie:>>Oh, ich dachte du wolltest keine Nüsse.<<
Eileen lachte aber Simon schaute ein bisschen verwirrt.
>>Das ist Anna, meine beste Freundin. Und sie redet von meinem Eis<<, log Eileen ohne mit der Wimper zu zucken.
>>Hi<<, meinte Anna gutgelaunt, reichte Eileen ihr Eis, und begann, ihr Eigenes zu essen.
>>Oh, ich liebe Magnum mit Nüssen!<<, sagte Simon als er Eileens Eis sah. Sie lächelte. >>Das ist auch mein Lieblingseis.<<
>>Wärst du ein bisschen früher da gewesen, hätte ich dir eins mitgebracht<<, meinte Anna achselzuckend. An Eileen gewannt sagte sie: >>So, du schuldest mir Eins zwanzig. Nicht vergessen nächsten Monat.<<
>>Klar<<, antwortete Eileen sofort.
>>Okay, Eileen. Ich will meine Freunde nicht warten lassen. Können wir...kann ich vielleicht deine Nummer haben?<<
>>Klar!<< Eileen programmierte Simons Nummer in ihr Handy ein und Simon schrieb sie ihre Nummer auf. Dann verabschiedeten sich die beiden.
>>Bis dann, ich schrieb dir<<, lachte Simon.
>>Na das hoffe ich doch<<, antwortete Eileen mit einem Lächeln. Simon entfernte sich, und Eileen musste unwillkürlich Lächeln, als ihr ein besonderer Gedanke kam.
>>warum grinst du so?<<, wollte Anna wissen.
>>Ich hab nur gerade an etwas gedacht.<<
>>Und an was?<<
>>Naja, Robin Klee: adieu!<

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