LiLaA AnD GrEy <3 copyright by MomoO-LiKE.Us
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27.6. Mittwoch    Zur gleichen Zeit
>>Na, Julia, da bist du ja endlich.<< Kevin empfing Vicky mit einem Lächeln. Sie war jedoch überhaupt nicht so erfreut.
>>Hast du dein Buch dabei?<< Vickys Laune wurde hörbar schlechter, und genau das wollte sie auch erreichen. Dieser blöde Idiot von Kevin wusste überhaupt nicht, wie viele Strapazen sie auf sich ziehen musste, um hierher zu kommen. Ihre Mutter war nämlich überhaupt nicht leicht zu betricksen, und nur und ganz allein ihr Glück, und die Lüge, dass sie mit Anna und Eileen an einem See wäre, hatte es ihr ermöglicht, heute und jetzt hier zu stehen. Vicky schaute sich spürbar unwohl um.
>>Ich weiß eine abgelegene Stelle wo wir hinkönnen. Ich will nicht, dass meine Mutter uns sieht.<<
>>Klar, meine Eltern wissen auch nicht, dass ich hier bin<<, antwortete Kevin.
Sie gingen einen kleinen Feldweg hinein, weiter in den Wald, der genau neben ihrem kleinen Städtchen lag und entfernten sich immer weiterer vom Fahrradweg, an dessen Kreuzung sie sich getroffen hatten.
Es war eine Art Lichtung ein bisschen versteckt unter Bäumen. Neben dran war ein See und an manchen Tagen, wenn die Sonne durch die Baumkronen durchschien, spiegelte sich das Licht und verwandelte sich in ein Wunder. Beinah sah es so aus, als ob Elfenpuder in der Luft herumschwebte. Heute war so ein Tag. Fast wie ein magischer Ort lag dieses Kleine Fleckchen Erde da, fast zu schön um wahr zu sein.
Sie kam öfter mal hier her, manchmal mit Freunden mit denen sie ein Picknick machte, manchmal aber auch allein, dann nahm ich mir ein Buch mit, ließ meine Füße ins kühle, saubere Nass hängen und summte vor sich hin.
Das waren schöne Tage, nur wenn es anfing zu Regnen war es nicht so geeignet da zu sein, denn es gab keinen Unterschlupf unter dem Vicky sich hätte verstecken können. Doch jetzt war der Himmel blau und es war warm. 
>>Hast du nun dein Buch dabei?<<
>>Was für ein Buch?<<
>>Na dein Textbuch, deswegen haben wir uns doch heute getroffen, oder nicht?<< Vicky wusste genau, dass sie sich nicht deswegen getroffen hatten, sondern weil sie ihn und er sie umbedingt wiedersehen wollte, doch es gefiel ihr, diesen verdammt gutaussehenden und arroganten Kevin zu verwirren und ein wenig bloss zustellen.
>>Sorry, aber ich habe es total vergessen. Aber ich hab schon ein bisschen Text gelernt. Also kein Problem.<<
>>Ich auch.<< Das stimmte, Vicky hatte den gesamten Tag damit verbracht, Texte auswendig zu lernen und sich auf heute vorzubereiten.
Und so fingen sie an. Kevin war gar nicht mal so schlecht, er hatte eine sehr ergreifende Stimme, sie war ein wenig rau, aber auch tief und weich. Schwer zu beschrieben, fand Vicky.
Und anscheinend hatte Kevin, auch wenn sie es ihm nicht zugetraut hatte, ein recht gutes Gedächtnis. Er war wirklich gut. Auch die richtigen Gestiegen beherrschte er fehlerfrei, Vicky kam kaum noch aus dem Staunen raus.
>>Mach ich das gut?<<, fragte Kevin mit einer Spur von Spott in der Stimme.
>>Es geht. Mach weiter im Text.<<
Kevin lachte, dann wurde sein Gesicht wieder ernst, und er fuhr fort an der Stelle wo er aufgehört hatte:
>>Horch! Sie spricht. O sprich noch einmal, holder Engel! Denn über meinem Haupt erscheinest du, der Nacht so glorreich, wie ein Flügelbote, des Himmels dem erstaunten, über sich gekehrten Aug der Menschensöhne, die sich rücklings werfen, um ihm nachzuschauen, wenn er dahin fährt auf den trägen Wolken und auf der Luft gewölbtem Busen schwebt.>>
Bei Kevins letzten Worten musste er grinsen und Vicky bereitete sich auf ihren Einsatz vor.
>>O Romeo! Warum denn Romeo? Verleugne deinen Vater, deinen Namen! Willst du das nicht, schwör dich zu meinem Liebsten, und ich bin länger keine Capulet!<<
>>Hör ich noch länger, oder soll ich reden?>>
>>Dein Nam ist nur mein Feind. Du bliebst du selbst, und wärst du auch kein Montague. Was ist denn Montague? Es ist nicht Hand, nicht Fuß, nicht Arm noch Antlitz, noch ein andrer Teil von einem Mensch. Sei ein andrer Teil von einem Menschen. Sei ein andrer Name! Was ist ein Name? Was uns Rose heißt, wie es auch heiße, würde lieblich duften; So Romeo, wenn er auch anders hieße, er würde doch den köstlichen Gehalt bewahren, welcher sein ist ohne Titel. O Kevin, leg deinen Namen ab, und für den Namen, der dein Selbst nicht ist, Nimm meines ganz!<<
>>Romeo.<<
Vicky schaute Kevin total verwirrt an und sprach dann entrüstet: >>Dein Text geht weiter mit >Ich nehme dich beim Wort< und nicht >Romeo<.<<
>>Das meinte ich nicht. Du hast >O Kevin, leg deinen Namen ab...und so weiter.>>
Vicky stockte der Atem und sie schüttelte entrüstet den Kopf. >>hab ich nicht.>>
>>Doch!<<
>>Nein! Machst du jetzt weiter mit dem Text, oder was?<<
>>Na gut, na gut. Ich nehme dich beim Wort. Nenn Liebster mich, so bin ich neu getauft und will hinfort nicht Romeo mehr sein.<<
>>Wer bist du, von...>>
>>Machen wir ’ne Pause, okay. Ich kann nicht mehr!<<, unterbrach Kevin sie schüchtern lächelnd.
 >>Also ich kann noch. Mach weiter.<<
 Doch Kevin dachte gar nicht daran. Im Gegenteil, er setzte sich auf die Decke, die Vicky noch schnell daheim eingepackt und jetzt hier auf dem Boden ausgebreitet hatte.
>>Hey, das ist meine Decke, wer hat dir erlaubt, dich hier hin zusetzten? <<
Vicky hatte eigentlich beabsichtigt, Kevin zu vertreiben, indem sie sich so dicht neben ihn setzte, wie nur möglich. Aber ihr Plan ging nicht auf, denn Kevin kam nur noch näher, saß jetzt fast auf ihrem Schoss, oder sie eher auf seinem, was ihr überhaupt nicht gefiel.
>> Kevin Schneider, auf dem Platz auf dem ich sitze ist nur Platz für mich. Wenn du auf meinen Schoss willst, dann sag es nur. Aber rechne nicht damit, dass ich >Ja< sage.<<
>>Ich saß hier zuerst, Julia, aber wenn du auf meinen Schoss willst, zeig keine Scheu, denn ich, ich sage >Ja<, darauf kannst du Gift schlucken.<<
>>Ich dachte Romeo schluckt Gift, und Julia ersticht sich mit dem Dolch?<<, neckte sie ihn, ohne sich auch nur Zentimeter weg zu bewegen.
>>Du siehst, ich bin nicht so gut in Literatur, dafür aber richtig professionell in andern Sachen.<<
>>Zum Beispiel putzen?<<
>>Du weißt genau was ich meine.<<
>>Tu ich das? Nein, du musst es mir schon genauer erklären.<<
Kevin grinste und kam noch näher an Vicky heran. Die wusste, dass was auch immer Kevin vorhatte, es ganz sicher nicht mit dem übereinstimmte, was sie jetzt gerne tun würde, nämlich ihren Text weiter üben, und rutschte auf allen Vieren rückwärts weiter von Kevin weg. Der folgte ihr jedoch, und holte sie fast ein. Dann blieb er aber doch kurz vor ihr stehen und senkte den Kopf, so dass seine wundervollen Lippen nur Zentimeter vor ihren hängen blieben.
>>Kevin, ich denke nicht, dass... <<
>>Doch das tust du, Julia. Du denkst viel zu viel. Immer, eigentlich. Vielleicht sollte ich dem...ein Ende setzten?<<, unterbrach Kevin sie neckisch und kam noch näher an sie heran. In Vickys Kopf schrillten tausend Alarmglocken und sie schaffte es irgendwie, seinen Lippen zu entgehen, aufzuspringen, ohne ihn dabei von den Füßen zu reißen und ihr Textbuch zu packen, um es in ihre Tasche zu stopfen.
>>Ich glaube, es ist schon ziemlich spät, ich geh dann mal.<<
Bei diesen Worten sprang auch Kevin auf. >>Sehen wir uns bald wieder?<<
Vicky überlegte kurz, dann nickte sie.
>>Am Freitag. Selber Platz, selbe Zeit. Und vergiss verdammt noch mal dein Textbuch nicht wieder.<<
Mit diesen Worten drehte sie sich um und rannte so schnell sie ihre Füße trugen weg, zum Fahrradweg, und dann nach Hause.
 
>>Hi Ma, ich bin wieder da.<<
Vicky lief in die Küche um ihre Mutter zu begrüßen.
>>Hallo Schatz, wie war’s mit Eileen und Anna im Schwimmbad?<<
>>Klasse. Was gibt’s zu Essen?<<
>>Nudelauflauf und dazu Salat.<<
>>Mmh, lecker. Ist Eric da?<<
>>Ja, was willst du denn von ihm?<<
>>Ach, nichts besonderes. Nur wegen Mathe was.<<
>>In Mathe ist Eric doch grottenschlecht.<<
>>Ja, deswegen will ich ja hin. Ich geh dann mal zu ihm.<< Mit diesen Worten verschwand Vicky schnell, bevor ihre Mutter noch mehr Fragen stellen konnte.
Sie ging die Treppe hoch, den Flur entlang und kurz vor ihrem Zimmer, genauer gesagt direkt vor der Zimmertür daneben blieb sie stehen und klopfte.
>>Jep?<<
Vicky steckte den Kopf durch dir Tür. >>Hi Eric, darf ich reinkommen?<<
>>Seit wann hörst du denn auf mich?<<
Vicky trat ein und setzte sich aufs Bett, direkt neben ihren Bruder, der gerade am Computer saß und Musik hörte.
>>Sag mal, Eric, du kennst Kevin doch ziemlich gut, oder?<<
>>Kevin?<<
>>Kevin Schneider. Er ist doch dein Jahrgang, oder?<<
>>Ja, aber er ist jünger als ich. Er ist sechzehn, wird aber bald siebzehn.<<
>>Findest du, dass er gut aussieht?<<
>>Hab ich dir das nicht schonmal gesagt? Die Mädels fliegen auf ihn. Warum?<<
>>Ach nur so. Hat er...hat er eigentlich ’ne Freundin?<<
>>Victoria Müller, wenn du etwas mit ihm anfängst, dann werde ich dir persönlich den Hintern versohlen. <<
>>Bist du blöde? Ich will nichts von ihm. Es ist...es ist Für ’ne Freundin.<<
>>Sicher ist es das.<<
>>Nein, ehrlich!<<
>>Nun gut. Ich glaube, er hat keine Freundin, nein. Das würde ich wissen, weil er mir nämlich manche Mädchen vor der Nase wegschnappt. Aber er ist nicht vergeben. Bricht nur viel zu vielen Armen Mädchen das Herz.<<
>>Und du bist wohl ein ganz lieber, wie?<<
>>Hey, wer nicht unverschämt.<<
>>Ist das der Grund warum du ihn nicht leiden kannst. Weil er beliebter bei den Mädchen ist als du?<<
>>Nein, mein Gott noch mal, er ist nicht beliebter. Wir sind...ungefähr gleich.<<
>>Sicher seit ihr das.<<
>>Bist du hergekommen um mich zu ärgern?<<
>>Nein, ich bin hergekommen um mehr über ihn rauszufinden. Was weißt du noch über ihn?<<
>>Nicht viel. Er soll ein Charmeur sein, und er soll gut in Tennis sein, aber das weiß ich nicht.<<
>>Was noch?<<
>>Mehr weiß ich nicht, ehrlich.<<
>>Eric!<<
>>Na gut...<<, er beugte sich vor, als wäre es eine Geheimbotschaft die er zu übergeben hätte und überall Spione lauschen Würde und sprach leiser fort:>>Er soll manche Arbeiten aus dem Internet ziehen. Mehr weiß ich aber wirklich nicht.<<
Vicky stand ein wenig enttäuscht auf, und wollte gerade gehen, als Eric sagte:>> sag mal, erzählst du deinen Freundinnen eigentlich, dass meine Beziehungen nicht mehr als eine Woche halten?<<
>>Stimmt das denn?<<
>>Natürlich nicht. Ich will es aber trotzdem wissen, ich dir ja auch deine Fragen beantwortet, oder etwa nicht?<<
>>Nein<<, antwortete Vicky mit einem verwirrten Blick, ich rede nie mit meinen Freundinnen über dich.<< Und mit diesen Worten öffnete sie die Tür und ging aus dem Zimmer.
 
28.6. Donnerstag    Noch 3 Wochen und 2 tage bis zum Ball
>>Bitte!<<
>>Nein! <<
>>Warum nicht?<<
>>Weil ich mit Mathias wegfahre ins Reisebüro. Es ist sehr wichtig, wir wollen ja schon in vier Wochen wegfahren.<< Früher hieß >wir< sie selbst, Jojo, und ihre Ma. Heute bedeutete es nichts anderes als Ma und Mathias. So änderten sich die Zeiten.
>>Aber für mich ist das auch sehr wichtig. Ich habe Frau Meiner versprochen, dass ich heute komme und mich um das Geschäft kümmere.<<
Seit ungefähr einem Jahr half Jojo regelmäßig im Kunstgeschäft von Frau Meiner, dem >Kleinen Stübchen< aus, was ihr immer sehr viel Spaß machte. Und heute war Frau Meiner im Krankenhaus, hier Mutter zu besuchen, und sie hatte Jojo gebeten, sich einmal allein um ihr Geschäft zu kümmern, da Donnerstags die meisten Leute kamen, sie wusste auch nicht genau warum. Und Jojo hatte zugesagt, was hätte sie auch anderes machen können. Außerdem freute sie sich darauf. Es war so ähnlich für sie, wie für eine Leseratte eine Bibliothek: Etwas ganz besonderes. Am Meisten ärgerte Jojo, dass sie ihre Mutter gefragt hatte, ob sie sie in das Stadtinnere fahren könnte, denn sie hatte nicht mehr genug Geld, um den Zug zu nehmen.
>>Mir war sowieso nicht wohl dabei, dich alleine dort zu lassen, aber das hat sich ja jetzt erledigt.<<
>>Mama, das kannst du mir nicht antun. Dann gib mir wenigstens Geld, so dass ich mit  dem Zug fahren kann.<<
Ihre Mutter holte ihre Portemonnaie aus ihrer Umhängetasche, warf einen Blick hinein, und schüttelte dann den Kopf.
>>Es tut mir Leid, ich habe kaum noch Geld, und das braue ich. Es ist Monatsende. Das musst du verstehen.<< Etwas gehässiger fügte sie hinzu: >>Und wenn du dich nicht um dein Taschengeld kümmerst, dann kann ich auch nichts dafür.<<
>>Dann nehmt mich doch ein Stück mit, den Rest lauf ich ja meinetwegen.<<
>>Nein<<, nun schüttelte Mathias den Kopf,>>das geht nicht, wir fahren in die genau andere Richtung. Es tut mir Leid, Johanna, aber ich fürchte, du musst heute hier bleiben.<<
Sie hätte schwören Können, dass ein Lächeln über sein Gesicht gehuscht wäre.
Ihre Mutter schaute sie noch einmal traurig an, dann gingen sie und Mathias, Arm in Arm aus der Tür und ließen sie und Jan alleine.
>>Hey, guck nicht so traurig. So schlimm wird’s ja wohl nicht sein, oder?<< Jan hatte wohl versucht sie aufzumuntern, aber Jojo wurde nur noch betrübter. Mit Müh und Not hielt sie die Tränen zurück, die sich nun in ihren Augen sammelten. Jojo hatte nicht sehr nah am Wasser gebaut, wenn sie aber sauer war, dann kamen die Tränen meistens von ganz ohne das sie es wollte.
>>Nein, das ist überhaupt nicht schlimm. Dein toller Vater und meine fürsorgliche Mutter buchen nämlich gerade eine blöde Tailandreise, natürlich ohne mich oder doch, und machen’s sich bequem, während die arme Frau Meiner, der der Laden gehört, ihre todkranke Mutter im Krankenhaus besucht, und denkt, um ihren Laden wird sich gekümmert. Das ist wirklich nicht schlimm.<<
>>So habe ich das nicht gemeint.<<
>>Doch, hast du. Und doch, es ist schlimm. Aber du kannst das ja nicht verstehen.<<
>>Kann ich.<<
>>Nein, kannst du mich. Lass mich in Ruhe.<< Jojo schrie fast, drehte sich weg und rannte in ihr Zimmer.
Ungefähr drei Minuten später klopfte es. Für einen Moment dachte sie, es wäre vielleicht ihre ma, die nun doch zurückkam, um sie zu fahren.
>>Herein? << Jan steckte seinen Kopf durch die Tür. >>Sorry, wenn ich dich störe.<<
Jojo, die enttäuscht von der Tatsache war, dass es nicht ihre Ma sondern Jan war, der geklopft hatte, verengte die Augen zu wütenden schlitzen.
>>Sehe ich ungemein beschäftigt aus?<<
Jan überhörte den Hohn in ihrer Stimme und trat unaufgefordert ein.
>>Warum kommst du in mein Zimmer? Willst du es vielleicht haben? Du hast ja auch schon mein anderes Zimmer.<<
>>Nein, ich wollte dir eigentlich ein Angebot machen. Also reiß dich zusammen. Es ist nicht meine Schuld, dass deine Mutter dich mies behandelt hat.<<
Jojo bekam ein schlechtes Gewissen und murmelte ein undeutliches >>’Tschuldigung<<. Natürlich hatte er Recht. Es war nicht seine Schuld. Vielleicht (oder mit Sicherheit) Mathias’ Schuld, aber nicht Jans.
>>Was denn für ein Angebot<<, sagte sie schon etwas netter.
>>Ich wollte dich fragen...also eigentlich...es ist so, dass ich jetzt auch in die Stadt muss, an meinem Roller ist ein bisschen Lack abgegangen, als wir ineinander gekracht sind, falls du dich noch erinnerst.<<
Oh ja, das tat sie.
>>Ja, ich erinnere mich. Bist du gekommen um mir das nur unter die Nase zu reiben, oder soll ich bezahlen? Du hast es doch gehört: Selbst wenn ich wollte, ich kann nicht.<<
>>Nein, ich bin nicht deswegen hier. Ich wollte dich fragen, wo ich doch sowieso in die Stadt muss, ob du mitfahren willst. Auf meinem Roller ist noch ein Platz frei.<<
Er zog hinter seinem Rücken einen Helm hervor. Jojo war so verdutzt (von seinem Angebot oder von der Tatsache, dass sie gar nicht gemerkt hatte, dass er etwas hinter seinem Rücken versteckt gehalten hatte wusste sie nicht), dass sie zunächst nicht antwortete, dann jedoch schnell ihre Sachen schnappte, den angebotenen Helm nahm, und mit Jan runter ging, vor das Mehrfamilienhaus, zu seinem Roller.
>>Nach dir<<, sagte er freundlich und sie setzte sich.
>>Bist du schon mal mit einem Roller mitgefahren?<<, fragte er sie. Sie schüttelte den Kopf. Er setzte sich vor sie, zog seinen Helm auf, und sagte dann:>>Du legst deinen Arm einfach so um mich<<, er zeigte es ihr,>>dann hältst du dich fest und mehr nicht. Ganz easy. Bin früher auch immer so bei meinem Vater mitgefahren.<<
>>Mathias hat einen Roller?<<
>>Nein, er hatte ein Motorrad. Aber das hat er schon lange aufgegeben. Fertig.<<
Jojo nickte und dann ging es los.
Es war ein ziemlich schönes Gefühl, der Wind sauste einem durch die Kleidung, und da sie nicht fahren musste, lehnte sie den Kopf an Jans Rücken (er Würde es ja sowieso nicht bemerken) und betrachtete die Häuser und die Wälder, die an ihr vorbeisausten, oder besser sie an ihnen.
Im Städtchen angekommen wurden sie langsamer, und vor dem > Kleinen Stübchen< angekommen, hielten sie dann an.
>>Endstation. Bitte absteigen, Madame<<
Jojo hätte fast gegrinst, konnte sich dann aber noch in letzter Sekunde zurückhalten.
>>Danke<< , sagte sie statt dessen.
>>Wie lange brauchst du ungefähr?<<
>>Eine Stunde, dann kommt Frau Meiner aus dem Krankenhaus und löst mich ab.<<
>>Gut, ich brauche auch so eine Stunde, ich hol dich dann hier ab.<<
>>Okay. Noch was Jan<<, sagte sie eilig bevor er sich umdrehen konnte um wegzufahren,>>warum hast du das gemacht?<<
>>Ich weiß wie du dich gefühlt haben musst. Mein Vater hat mir versprochen, mir ein Auto zu kaufen, wenn ich achtzehn werde. Rate wo das Geld hingeht. In den Tailandurlaub. Ich glaube, dass ist sogar noch ein bisschen schlimmer. Außerdem musste ich sowieso hierher, sonst hätte ich es vielleicht gar nicht gemacht.<<
Er lächelte und sie drehte sich schnell um, bevor sie noch auf die doofe Idee kommen würde, ihn anzulächeln, oder gar zu mögen. Schließlich war er, wenn auch netter, immer noch der Feind, und sie befanden sich immer noch im Krieg.
Jojo schloss die Tür auf, und hörte Jan davonbrausen.
Erst später, als Jan und sie schon wieder daheim waren, und sie ihn ihrem Zimmer im Bett lag, fiel ihr ein, dass sie weder bei der Hin- noch bei der Rückfahrt eine Schramme oder eine Verbesserung im Lack von Jans Roller gesehen hatte.
 
28.6. Donnerstag    Nur noch 3 Wochen und 2 Tage
Chris schaute nervös auf ihre blaue Uhr, die sie sich mal vor Jahren gekauft hatte, weil sie wie eine normale Uhr aussah, doch die Sekunden digital anzeigte.
Sie war zu spät. Das würde Ärger geben, großen Ärger, denn ihre Fussballtrainerin Frau Silber schätzte es gar nicht, wenn man zum Training zuspät kam. Und schon gar nicht bei ihr, denn Chris war die Torschützenkönigin ihres Teams, aber sie brauchte wöchentliche Übung.
Doch es war nicht ihre Schuld, dass sie zuspät war. Naja, eigentlich war es ihre Schuld, aber sie hatte einfach die Zeit vergessen, als sie mit >Lonlyboy< geschrieben und danach telefoniert hatte. Es war auch ihre Schuld, dass der Zug, den sie in die Innenstadt nehmen musste, und der mal zur Abwechslung pünktlich gewesen war, verpasst hatte, ja, dass war eindeutig ihre Schuld.
Und nun stand sie hier und musste auf den späteren Zug warten, der sie auch mit Sicherheit zu spät zum Training bringen Würde. Und gerade heute Würde es Ärger geben, denn in zwei Wochen war das große Finalspiel der Mädchenmannschaften der gesamten Kreismeisterschaften, und sie brauchten viel Training, im Moment zweimal die Woche, Dienstags und Donnerstag, und gerade an Donnerstagen war Frau Silber immer besonders schlecht drauf. Das versprach gerade zu eine Abreibung.
Endlich (und zehn Minuten zu spät) kam der Zug und eilig stieg sie ein, ging in ein oberes Abteil und setzte sich in Fahrtrichtung hin, da ihr sonst schlecht wurde.
Sie steckte sich die Kopfhörer in die Hören und hörte >Rette mich< von >Tokio Hotel<.
 
Rette mich
Ich verbrenne innerlich
Komm und rette mich
Ich schaff’s nicht ohne dich
Rette mich
Ich verbrenne innerlich
Dich und mich
Ich seh noch unsere Namen
Ich wisch sie wieder weg!
 
>>Sorry, ist hier noch Platz?<< Chris wurde überraschend aus ihren Gedanken gerissen und nahm sich einen Kopfhörer aus den Ohren.
>>Jjjaa<<, stotterte sie ein wenig verlegen, und spürte, wie ihre Ohren rot anliefen.
Der überaus gutaussehende Junge ließ sich auf dem Sitz gegenüber von ihr fallen und sah angestrengt aus dem Fenster, genau wie Chris.
>>Hörst du >Rette mich< von >Tokio Hotel
>>Ja.<<
>>Aha.<< Mehr sagte er nicht. Chris sank tiefer in ihren Sitz hinein und hatte nun das Gefühl, dass ihr ganzer Kopf purpurrot war. Das war ja super. Mal wieder total blamiert.
>>Meine Schwester hört die total gerne, ich finde sie okay. Hab nichts wirklich dagegen. Nur >Schrie< finde ich schrecklich, weil meine Schwester meint, sie müsse wirklich schreien und das ist nicht zum Aushalten.
Chris lachte, und fühlte sich schon nicht mehr so purpurrot. Nur noch ein bisschen.
>>Was hörst du denn für Musik?<<
>> Naja, Sean Paul, 50 Cent und Eminem und so. Mag Hip hop und Rap.<<
Im ersten Moment, als er >Sean Paul< gesagt hatte, hatte sie kurz daran gedacht, dass er vielleicht >Seanpaul20< sein könnte, doch dann hatte sie den Gedanken verworfen. Der Junge war vielleicht 16 oder 17 oder allerhöchstens 18, aber keine 19 oder gar 20. Das konnte sie sich nicht vorstellen.
>>Wohin fährst du?<<
>> Zum Fußballtraining in die Stadt. Und du?<<
>>Ich fahr nur zu ’nem Kumpel.<<
>>Achso.<<
>>Wir wollen zu einem Plattenladen und ein paar Cds klauen.<<
Chris’ Augen weiteten sich vor Schreck.
>>Das war ein Scherz. Wir wollen uns nur ein paar Songs runterladen<< Der Junge lachte, und auch Chris lachte unsicher.
>>Wie ist dein Name?<<, wollte der Junge wissen.
>>Chris.<<
>>Mein Name ist, so Leid es mir tut, Peter.<<
Jetzt lachte Chris aber Peter stimmte sofort mit ein.
>>Bist du online?<<
>>Was?<<
>>Na bist du online?<<
>>Ja. Ich chatte ab und zu.<<
>>Cool. Ich heiße >Seanpaul20<, und du?<<
Chris starrte ihn an.
>>Was?<<, fragte Peter verwundert.
>>Meine Güte, du bist >Seanpaul20
>>Nein, ich hab mich nur so alt gemacht. Ich bin grad siebzehn geworden. Kennst du mich?<<
>>Ja! Ich bin Holidayskin. Wir haben schon mal geschrieben.<<
>>Ja, ich erinnere mich. Alter Schwede, Mann, ich hätte nicht gedacht, dass ich dich wirklich treffe.<<
>>Ich auch nicht, ehrlich.<<
>>Gibst du mir deine Nummer?<<
>>Wenn ich deine bekomme, ja.<<
Chris tippte die Nummer rasch in ihr Handy ein, und Peter tat es ihr gleich.
>>Oh<<,sagt er plötzlich, >>wir müssen raus.<<
Sie standen auf und stiegen schnell aus, bevor der Zug die Türen schliessen und weiterfahren konnte.
Draußen angekommen gingen sie noch ein Stücken zusammen weiter, bevor sich ihre Wege trennte.
>>Tschau!<<, sagte Peter, und nahm sie ganz ohne Vorwahnung in den Arm.
>>Bis dann<<, sagte Chris heiser und ging die Straße entlang, bis sie zu der Sporthalle ankam, die Tür aufstoß und hineinging.
>>Christin! Warum bist du zu spät?<< Frau Silber war fuchsteufelswild, doch Chris lächelte nur. Peter war echt toll, und die gute Laune ließ sie sich jetzt nicht vermasseln, nur weil ihre Trainerin meinte, sie müsse sich aufspielen.
Und so zog sich Chris kommentarlos um, machte sich ans Aufwärmen, und bei dem Trainingsspiel am Ende der zwei Stunden Trainings schoss sie insgesamt acht Tore. Nicht konnte ihre Stimmung brechen.
Und als sie daheim war, zögerte sie auch nicht, Bea anzurufen, ihr von diesem tollen Nachmittag, der so schlecht begonnen hatte zu erzählen, und Bea freute sich riesig für sie.
Alles in alle, war es doch wirklich ein guter Tag gewesen, und das hatte sie nur Peter zu verdanken. Und auch >Lonlyboy<, denn hätte sie nicht die Zeit vergessen, während sie mit ihm telefoniert hatte (mittlerweile aus Kostengründen vom Festnetz aus), dann hätte sie Peter niemals kennen gelernt.
Später, als sie schon im Bett lag, schrieb Peter noch einmal.
 
Hey, Chris, wie geht’s? Ich hoffe dir geht’s genauso gut wie mir, als ich dich heute getroffen habe. Wollen wir uns morgen im Eiscafé >Veranda< treffen? Um drei Uhr? Schreib bitte zurück. Hdl Peter
Das >Hdl< am Ende lies sie hoffen, und so tippte Chris schnell eine Nachricht (natürlich ja) und schlief dann kurz darauf tief und glücklich ein.
 
29.6. Freitag   Noch 3 Wochen und 1 Tag bis zum Ball
>>Okay, also wie sieht dein Plan aus?<< Eric und Anna saßen im >Veranda< und aßen Eis. Eric sah Anna erwartungsvoll an. Anna öffnete zwar den Mund, aber sie sagte nichts, sondern schloss ihn wieder.
>>Hallo, Erde an Anna? Wie sieht dein Plan aus?<<
>>Ehrlich gesagt, ich weiß es nicht. Ich dachte, du denkst dir was aus, und ich helf‘ dir es in die Tat umzusetzen. Und nicht, dass ich mir jetzt was überlegen muss, damit du Sabrina näher kommst.<<
>>Streng dich ein bisschen an, tu mir den Gefallen.<<
>>Okay<< Anna strengte sich an, dachte nach und schließlich hatte sie eine Idee.
>>Ersteinmal sollte sie dich kennenlernen.<<
>>Klasse gemacht, Miss Superhirn, das habe ich mir auch schon überlegt. Und weiter?<<<
>>Am  meisten bleibt es an einem Mädchen hängen, wenn du sie unter besonderen Umständen triffst. Bist du ihr schon einmal über den Weg gelaufen?<<
>>Ja, einmal. Ich habe sie angemacht.<<
Anna spürte ein heftiges Ziehen in ihrer Magengegend, fuhr aber ungehindert fort, >>Was hat sie gemacht?<<
>>Sie hat mich traurig angeschaut und ist weitergegangen. Hey, hör auf so gemein zu grinsen. Das ist nicht fair.<<
>>’Tschuldigung<<, murmelte Anna unter Erics scharfem Blick, >>Ich hab nicht über dich gegrinst. Aber machen wir weiter, was hast du gemacht?<<
>>Ich bin weggegangen. Ich lass mich doch nicht veräppeln.<<
>>Okay, das hast du ganz gut gemacht. Aber nun, wenn sie sich überhaupt noch an dich erinnert, hat sie einen relativ schlechten Eindruck von dir. Das müssen wir ändern.<<
>>Was schlägst du vor?<<
>>Ich glaube, wir sollten versuchen, dass sie dich trifft, und du sie nicht anbaggerst, sondern nur ein Intelligentes Gespräch mit ihr führst.<<
>>Was soll das denn heißen?<<
>>Ehm<<, Anna dachte kurz nach,>> Naja. Kein >Ey, du scharfe Maus, wie wär’s mit uns beiden<, oder so. Die Mehrheit der Mädchen steht nicht auf so etwas. Dafür müssen wir eine neutrale Atmosphäre schaffen. Irgendwo, wo Mädchen und Jungs gleichermaßen hingehen, oder sogar mehr Jungen. Irgendwo, wo du nicht auffällst.<<
>>Wie wär’s mit einem Einkaufszentrum?<<
>>Nein, welcher Junge geht schon allein shoppen? Ne, lass mal.<<
>>Okay, im Schwimmbad! Da könnt ich allein hingehen, um meine Muskeln zu stärken!<<
>>Du weißt nicht genau, wann sie da hingeht. Apropos Muskeln: Du triffst sie...in einem Fitnesscenter.<<
>>In einem Fitnesscenter, aber warum denn? Um ihr zu zeigen, dass mein toller Körper harte Arbeit war, oder was?<<
>>Nein! Um ihr deine menschliche, verletzliche Seite zu zeigen.<<
Wenn er die menschliche überhaupt hat! Er sieht eher aus wie ein Gott! , dachte Anna heimlich.
>>Aha. Schön zu wissen.<<
Im ersten Moment war Anna zusammengezuckt, aus Angst, sie habe ihren Gedanken laut gesagt, doch als Eric >Die Mehrheit der Frauen steht also auf Männer mit einer schwachen, menschlichen Seite< meinte, beruhigte sie sich wieder. Eric deutete ihre Erleichterung als ein gutes Zeichen.
>>Ja, ich verstehe auch etwas von Mädchen, ob du es glaubst oder nicht, Miss Superhirn. Ich hab gehört, dass du die Jahrgangsbeste bist. So siehst du gar nicht aus.<<
Anna überging das wortlos, auch wenn es sie im Inneren schmeichelte. Es war doch eine Art Kompliment, oder?
>>Du setzt dich neben sie, und<<, fuhr sie fort, >>...und tust so, als ob du Nachdenken würdest. Du starrst das Fitnessgerät an, und wenn sie nicht irgendwann fragt, was los ist, fragst du sie eben.<<
>>Was fragen?<<
>>Wie das Teil funktioniert.<<
>>Ich weiß wie so ein Teil funktioniert.<<
 >>Das ist mir klar, willst du nun meine Hilfe, oder nicht?<<
>>Willst du einen Tanzpartner, oder nicht?<<
>>Ich glaub es hackt! Was bildest du dir ein? Glaubst du, ich schaff es nicht, bis zum Ball eine Begleitperson zu finden?<<
>>Hättest du mich sonst gefragt?<<
Anna machte Anstalten, aufzustehen, und Eric einfach im Café sitzen zu lassen. Als sie an ihm vorbeiging schnappte er sich ihre Hand. Dort, wo er ihre Haut berührte, fühlte es sich für Anna an, als würden tausend von kleinen Ameisen über ihre Hand krabbeln, nur, dass sie es genoss.
Anna Bell Bäcker, was machst du hier? Das alles war eine dumme Idee. Du hättest niemals zustimmen dürfen! Etwas seltsames geschieht mit dir, wenn du in seiner Nähe bist. Du bist frech, statt schüchtern, total unzurechnungsfähig und dazu noch unberechenbar. Mach das du wegkommst, dachte sie hektisch, während sie versuchte, sich Erics festen Griff zu entwenden. >>Ganz ruhig. So meinte ich das nicht. Na klar brauche ich deine Hilfe. Jetzt setzt dich wieder hin, und mach weiter.<<
>>Vergiss es, Obermacho. Sabrina ist gut beraten, wenn sie sich nicht mal mit dem Hintern anguckt. Lass mich gefälligst los.<<
>>Wir haben eine Abmachung. Setzt dich wieder hin...bitte?<<, versuchte Eric es erneut.
>>Na gut!<< Anna setzte sich wieder hin und nahm einen Schluck aus ihrem Melonenmilchshake.
Dann, als sie glaubte sich beruhigt zu haben, sprach sie weiter:  
>>Also, dann bedankst du dich, und erklärst ihr, dass du nicht oft hierher gehst, aber das deine Freundin dich verlassen hat, wegen eines Bodybilders, und deshalb willst du dich jetzt trainieren. Jeden Tag, wenn es sein muss.<<
>>Und dann?<<
>>Dann setzt du dich neben sie und fängst an zu strampeln. Wenn sie nicht mit dem Gespräch anfängt, dann halt du. Du erzählst ihr was über...über >O.C. California<. Das liebt sie.<<
>>Ich erzähl ihr doch nichts von einer Mädchenserie. Sie muss mich dann ja für ein totalen Waschlappen halten, oder denken, ich bin stock schwul.<<
>>Sag ihr, dass du es einmal bei deiner Schwester mitgesehen hast, oder so was. Du musst dich ja nicht als Fan outen.<< 
>>Okay, und dann?<<
>>Kannst du dir das nicht denken?<<
>>Bin ich ein Mädchen?<<
>>Willst du darauf eine ehrliche Antwort?<< Schon wieder, dachte sich Anna, bedenke bitte, du bist ein schüchternes Mauerblümchen! Ein Mauerblümchen!
>> Nein, will ich nicht.<<
>> Da wir das jetzt geklärt hätten: Du redest mit ihr über alltägliche Dinge, zum Beispiel deine Hobbys, Schule, Basketball und so was. Du kannst ihr auch mal von mir erzählen.<<
>>Was denn erzählen? Das du mir hilfst, sie zu erobern?<<
>>Nein, du sagst: Hey, bist du nicht die Cousine von Anna Bell Bäcker?<<
>>Du heißt >Bell< mit zweitem Namen?<<
>>Und? Ist doch egal!<<
>>Gut, Bell. Lass weiter hören. Heißt Bell nicht >Glocke
>>Du redest mit ihr über mich, dass du mich kennst, weil du mir Nachhilfestunden in Sport gibst. Und dann irgendwann hörst du auf, und fragst sie, ob sie nach so viel Sport nicht Hunger habe. Wenn sie >Ja< sagt, dann sagst du ihr, dass du auch Hunger hast, und ob sie nicht mir dir kommen will, denn mit ihrer Figur ist das ja kein Problem. Du lädst sie nicht ein, du gehst nur mit ihr Essen. Nicht mehr.<<
>>Nein, ich hab’s: Bell heißt >schön< auf italienisch und französisch. Und was, wenn sie >Nein< sagt?<<
>>Wenn sie >Nein< sagt, dann sagst du ihr, dass sie deshalb wohl auch so eine gute Figur hat und erzählst ihr, dass du Hunger hast, aber das du nächsten Montag wieder kommst, und zwar um halb fünf, um die Zeit geht sie auch immer. Das sagst du ihr übrigens auch, wenn du mit ihr Essen warst.
>>Was dann?<<
>>Was am nächsten Date passiert, besprechen wir wann anders.<<
>>Cooler Plan. Wann geht’s los?<<
>>Am Montag. Heute ist Freitag, also in drei Tagen. Wir können ja noch mal telefonieren.<<
>>Jep. Also. Bis dann.<< Anna stand auf, winkte den Kellner heran, bezahlte ihr Eis und ging. Dieses Wochenende würde mit Sicherheit kein Kurzes werden.
 
30.6. Sonntag   Noch 3 Wochen bis zum Ball
>>Und du bist mir wirklich nicht mehr sauer?<<
>>Quatsch, wir haben das jetzt geklärt, das ist gut, okay.<<
>>Wirklich?<<
>>Bea, wenn du noch ein Wort sagst, dann bin ich wirklich sauer mit mir.<<
>>Bin ja schon still.<<
>>Wir gehen jetzt zum >Veranda< und treffen Saskia. Sie hat was...Uuups!<<
>>Was? Ey, jetzt hast du dich verplappert, jetzt musst du’s auch sagen.<< Bea blieb direkt vor Sebastian stehen und verzog die Augenbrauen.
>>Ich hab ihr aber versprochen, es nicht zu sagen. Ich will meine Versprechen gegenüber meiner Freundin halten, weißt du?<<
Als Sebastian >Freundin< gesagt hatte, spürte Bea einen kleinen Stich in die Magengegend. Aber sie ließ sich nichts anmerken, obgleich sie schnell von Sebastian wegsah.
>>Komm schon, immerhin bedeute ich dir doch auch noch was, oder etwa nicht?<<
Sebastian lacht, dann beugte er sich ganz nah an Bea heran, so dass sein Mund ihr Ohr ganz kurz streifte, bevor er sagte: >>Du bedeutest mir mehr als alle anderen Freunde sonst, das weißt du auch. Aber Saskia...Saskia ist anders.<<
Ja, dachte Bea mürrisch, Saskia war ganz anders als sie. Sie ist hübsch und sexy und sooo toll, wirklich. Es gibt nichts, was ich mir lieber anhöre.
>>Saskia hat jemanden für dich mitgebracht<<, rückte Sebastian dann endlich mit der Sprache raus. Bea stöhnte auf und ging ein paar Schritte schneller, ließ Sebastian hinter sich zurück und streckte sich ausgiebig. Sebastian holte sie schnell wieder auf.
>>Freust du dich nicht?<<
>>Worüber? Dass ihr Beide wohl zu denken scheint, dass ich mir alleine keinen Freund suchen kann oder darüber, dass ihr Beide euch wohl ziemlich gut in meinem Liebesleben auskennt?<<
>>Beatrice!<<
>>Sorry, es hat sich ein bisschen krasser angehört, als ich es sagen wollte. Es ist nicht so, dass ich mich nicht freue. Das tue ich. Ich möchte nur nicht verkuppelt werden. <<
>>Deine Freude hält sich ziemlich in Grenzen.<<

>>Gehen wir jetzt und willst du hier für immer mit mir diskutieren?<<

>>Ich könnte Beides aushalten. Was hättest du denn lieber?,<
>>Komm jetzt.<<
Kurze Zeit später waren sie auch schon im >Veranda< angekommen und Saskia wartete schon ganz ungeduldig.
>>Da seid ihr ja endlich! Ich warte schon halbe Ewigkeiten!<<
>>Warum<<, sagte Sebastian verwirrt,>> Wir sind ganz pünktlich.<<
>>Wenigstens hatte ich gute Gesellschaft<<, fuhr Saskia unwirsch fort. Bea verdrehte heimlich die Augen. Oh Mann, wie weit konnte sie noch sinken?
>>Bea, darf ich dir vorstellen: Das ist Sascha.<<
>>Wow, was für eine Überraschung! Hi, ich bin Bea.<<
>>Hi, Sascha. Find‘s nett dich zu treffen.<<
>>Ebenfalls.<<
Saskia, Sebastian und Sascha gingen ins >Veranda< und Bea folgte ihnen. Dieser Verkupplungsversuch war so offensichtlich, sogar die Leute im Café, die überhaupt nichts mit ihr, oder den anderen zutun hatten, sogar die mussten merken, was hier abging. Und Sascha würde es bestimmt auch merken.
Bea fragte sich, ob Sascha Teil der Verschwörung, oder eher so unschuldig und ungewollt in die Sache involviert war wie sie. Wohl eher unschuldig, denn Sascha sah dauernd neugierig zu ihr, dann wieder fragend zurück zu Saskia, und schließlich, ein wenig seltsam zu Sebastian. Also, es gab zwei Geschädigte, eine Täterin und einen Mittäter. Wo blieben die Richter?
>>Na, was gibt’s so Neues?<<, fragte Saskia Bea total interessiert, während sie gleichzeitig Sebastian abschlabberte. Bea schaute angewidert weg.
>>Eigentlich Nichts. Bei dir?<<
>>Sascha ist gestern angekommen, er wird für einen Monat bleiben<<, sprudelte Saskia aufgeregt. Bea sah Sascha überrascht an. >>Hast du keine Schule?<<
>>Ddoch<<, stotterte Sascha, >>Aber gerade sind Sommerferien. Wir im Norden bekommen früher Ferien als ihr im Süden.<<
>>Achso.<< Bea zuckte mit den Achseln, und bestellte sich einen Kiwibecher mit Sahne. Saskia und Sebastian schauten sich freudig an, angesichts der Tatsache, dass sie und Sascha eine >Unterhaltung< führten.
>>Bald ist ja auch der große Schulball. Der wird bestimmt spaßig. Und es soll sogar eine Ballkönigin und einen Ballkönig geben!<<
Wie überraschend, dachte Bea. Dieses Thema zählte nicht gerade zu ihren Lieblingsthemen. Und das dann gerade von Saskia, die ihr Sebastian quasi vor der Nase wegschnappte. Als besten Freund, meinte sie natürlich.
>>Hast du schon jemanden, mit dem du auf den Ball gehen kannst?<<, wollte Sebastian nun wissen und folterte Bea weiter. Dich, dachte sie verstimmt, sagte aber dann:
>>Es sind noch drei Wochen bis zum Ball. Hetzt doch nicht so! Ich hab noch genug Zeit.<<
>>Hey, wie wär’s wenn du mit Sascha hingehst?<<
Bea stockte der Atem. Bestimmt würde sie nicht mit einem Jungen zum Schulball gehen, den sie seit heute kannte.
>>Das hört sich fast so an, als wolltet ihr mich und Sascha verkuppeln. Aber danke. Ich kann mich allein um meinen Ballpartner kümmern<<, hörte sie sich sagen. Uups.
>>So meinte ich das nicht!<<, versuchte Saskia die Situation zu retten.
>>So hat es sich aber angehört. Außerdem gehe ich nicht mit einem Jungen zum Ball, den ich kaum kenne.<<
>>Deswegen wollte Saskia dich eigentlich fragen, ob du mit uns und Sascha nächste Woche ins Kino gehen willst. Du weißt schon. In den neuen >Fluch der Karibik<<<, meinte Sebastian darauf hin und warf Bea einen warnenden Blick zu, der soviel hieß wie: Wenn du nicht mitgehst bin ich dir ewig sauer.
>>Ich weiß nicht ob ich kann<<, versuchte Bea sich herauszuwinden. Sie hatte nämlich überhaupt keine Lust mit dem sooo glücklichen Paar und Sascha wegzugehen. Damit sie zusehen konnte, wie Saskia und Sebastian sich küssten, oder was?
>>Was wäre denn dann, um die Uhrzeit?<< Bea hatte nur auf diese Frage gewartet, aber das Sascha sie stellte überraschte sie dann doch.
>>Ich...ich treff‘ mich mit meinen Mädels.<<
Sebastian zuckte mit den Achseln. >>Dann gehen wir halt die Woche drauf. Sag einfach Bescheid<< Sebastian wollte wirklich keine Ruhe geben.
>>Könnt ihr denn nicht einfach ohne mich gehen? Ich müsst keine Rücksicht auf mich nehmen.<<
>>Das wollen wir aber<<, sagte Saskia. Bea musste kräftig schlucken.
>>Ich muss auf’s Klo<< Bea stand schnell auf und entfernte sich so schnell wie möglich zur Damentoilette im Eiscafé drinnen rechts.
Bea öffnete die schwere Holztür und trat in den kleinen, mir Kacheln ausgelegten Raum ein. Das Licht, das von der kleinen Lampe neben dem Spiegel schien, erhellte den Raum gerade so und machte in ein wenig schummerig. Bea lehnte sich über das Waschbecken und ließ das Wasser laufen bis es warm war.
Plötzlich öffnete sie die Tür erneut. Saskia steckte ihren Kopf durch die Tür und trat dann zu Bea.
>>Ich wusste, das du nicht auf’s Klo musstest.<<
Bea starrte weiter in den Spiegel. >>Hör mal zu Saskia. Ich will dich nicht verletzen, aber ich würde jetzt gerne alleine sein.
>>Ich weiß, dass du mich nicht magst.<<
Bea schaute endlich zu Saskia, die sie mit der uneingeschränkten Wahrheit konfrontiert hatte.
>>Saskia, ich...<<
>>Nein, es ist okay. Ich weiß, dass du mich nicht magst. Sebastian hat mir erzählt, was du gesagt hast.<<
Bea spürte quasi wie sie rot wurde und schaute wieder zum Spiegel.
>>Ich kann dich verstehen. Als Sascha das erste Mal eine Freundin hatte, war ich genau so.<<
Das Sascha überhaupt schonmal eine Freundin hatte, war zu bezweifeln, aber dass Saskia sich genauso gefühlt hatte wie sie, das war doch absurd.
>>Es ist anders bei mir. Sebastian ist mein bester Freund. Das ist eben so.<<
>>Daran wird sich auch nichts ändern! Sascha ist auch mein bester Freund, aber es würde mir nichts ausmachen, wenn ihr beide euch besser versteht, weil ich das schonmal durchgemacht habe. <<
>>Sascha war dein bester Freund?<<
>>Jep. Und er ist es immer noch. Und ich würde gerne, dass ihr euch besser versteht, weil ich mich für ihn Freuen würde. Und für dich. Das macht man unter Freunden.<<
Bea schluckte heftig. Von dem Winkel hatte sie die ganze Situation noch gar nicht betrachtet. Saskia hatte recht. Freunde freuten sich für ihre Freunde. Und versuchten nicht, lügen über die Liebsten zu verbreiten (obwohl Bea es immer noch nicht ganz verdaut hatte, dass Sebastian ihre kleine Lüge Saskia erzählt hatte, obgleich sie, wenn sie genauer darüber nachdachte, es eigentlich ganz natürlich war, mit seiner Freundin darüber zu reden).
>>Du hast recht<<, meinte Bea nach einer halben Minute Schweigen dann. >>Was ich aber nicht ganz verstehe, warum freust du dich für mich?<<
>>Deshalb bin ich dir gefolgt. Ich wollte dir sagen, oder dich fragen, naja, ob wir, vor Allem Sebastian zu Liebe oder auch nur so, Freundinnen werden können. Oder es zumindest versuchen.<<
Bea war ein bisschen überrascht. Positiv überrascht. So schlimm war Saskia wirklich nicht, und wenn es Sebastian glücklich macht...
>>Klar. Gute Idee.<< Saskia und Bea umarmten sich, und verließen zusammen das Damenklo.
Zurück am Tisch sagte Bea dann plötzlich: >>Ach, und ich glaube, dass mit dem Kino klappt nächste Woche, vorausgesetzt, ihr wollt mich dabei haben.<<
Und natürlich wollten sie.
Später am Abend, als sie schon im Bett lag, dacht Bea, dass jetzt doch noch alles gut werden könnte.
 
4.7. Mittwoch   Nur noch 2 Wochen und 3 Tage
>>Kommt rein! Beeilt euch, die Katzen dürfen nicht raus!<<
Eileen fuchtelte wild mit den Armen, damit ihre Freundinnen sich ja beeilten. Wenn ihre Hauskatzen Schuschu und Mitze nach draußen entwischten, würde Eileens Mutter, der wohl schlimmste Katzenfan auf diesem Planet ihr die Hölle heiß machen, und niemals mehr wieder dürften die >Fifteen< sich bei ihr treffen um den neusten Klatsch, die besten Jungs, oder die witzigsten Ausflüge zu besprechen. Und Eileens Zimmer war bei den >Fifteen-Treffen< wie eine heilige Stätte, viele der wichtigsten Entscheidungen waren schon hier getroffen worden Zum Beispiel, ob die sechs zusammen zum Europapark fahren konnte, und wo sie das Geld hernahmen, oder damals, als Vickys Eltern meinten, sie sollte auf ein Mädcheninternat und das hatten die anderen ja nicht zulassen können, gerade bei ihrer Anführerin und sie sich deshalb beraten mussten, was zu tun sei, oder als Bea und Anna wegziehen sollten.
All das war hier besprochen worden. Außerdem wurde immer bei Eileen übernachtet, wenn unter der Woche ein Tag frei war, nämlich der Donnerstag, und sie von Mittwoch auf Donnerstag nicht in die Schule mussten. Das war auch ganz passend, denn nun war eine fast noch wichtigste Aufgabe von allen zu bewältigen: Wie bekommen sechs hübsche Mädchen innerhalb fünf (jetzt nur noch zwei und ein wenig) Wochen einen Freund oder zumindest eine männliche Begleitung zum Schulball? Hört sich einfacher an, als es ist, dachte Eileen, während ihre Freundinnen sich schwatzend auf den Kissen um Eileens Couchtisch niederließen als hätten sie sich seit Wochen nicht mehr gesprochen, lachten, schenkten Cola ein und machten die Chipsstüten schon einmal auf.
Dann, als sich alles ein bisschen gelegt hatte, klatschte Vicky in die Hände und erhob die Stimme.
>>Also, Mädels, wir kommen gleich zur Sache. Was steht heute als wichtigster Punkt an?<<
Anna, die immer Bescheid wusste, fing gleich an: >>Am wichtigsten ist doch die >Jungsfrage<, oder?<<
Die anderen nickten zustimmend, und so fing Vicky an:
>>Okay, wer hat denn schon einen Freund?<<
Niemand meldete sich.
>>Na gut. Wer hat den schon jemanden im Visier?<<
Chris und Eileen meldeten sich.
>>Wer hat schon eine Ahnung, wenigstens von seinem Tanzpartner?<<
Nun meldeten sich auch noch Anna und Bea.
>>Und was ist mit euch?<<, meinte Eileen zu Vicky Jojo.
>>Vicky schon. Sie hatte sogar schon ein Date!<<, sprudelte Jojo.
>>Gar nicht! Es war nur eine Theaterprobe. Mehr nicht<<, protestierte Vicky zugleich.
>>Wie sieht er denn aus?<<, wollte Anna wissen.
>>Groß, dunkelhaarig, braun gebrannt, muskulös und maskulin<<, antwortete Jojo, obwohl die Frage an Vicky gestellt worden war.
>>Also richtig, hammergut!<< Chris, ehrlich wie immer.
>>Jojo hat ihn doch noch nie gesehen. So gut sieht er gar nicht aus.<<
>>Sehr wohl!<<, meinte Jojo an Vicky gewannt, >>In der Schule hab ich ihn gesehen. Er ist fast so berühmt wie dein Bruder Eric!<<
Eileen sah schnell zu Anna hinüber, als Erics Name gefallen, die ließ sich jedoch nichts anmerken. Dann fiel ihr jedoch etwas anderes ein. Was , wenn Anna erzählen musste, wer sie zum Ball begleitet? Wie würde Vicky reagieren, vor Allem wenn sie von der Wette erfuhr?
>>Der einzige Junge, der Erics Ruf Konkurrenz bieten könnte, ist Kevin Schneider<<, sagte sie deshalb.
Vicky lief rot an. Nur ganz wenig, aber Eileen hatte es genau gesehen.
>>Oh mein Gott! Es ist Kevin Schneider. Der Typ ist sooo hot!<< Chris, ehrlich wie immer.
>>Du kannst ihn gerne haben!<<, sagte Vicky leicht angeschmiert.
>>Brauch ich aber nicht<<, meinte Chris selbstbewusst, >>Ich hab nämlich jemanden.<< Und da war sie schon mittendrin zu erzählen, wie sie im Internet war, mit Lonlyboy telefonierte und Peter zufällig im Zug getroffen hatte, als sie auf dem Weg zum Training gewesen war und das sie morgen um sechs Uhr mit ihm ein Date im Eiscafé >Veranda hatte<.
Eileen hörte kaum hin. Mit den Gedanken war sie bei Anna, den früher oder später musste sie auch von sich erzählen, obgleich sie nun verbissen starr da saß, und Chris beobachtete. Eigentlich sah sie so aus, als ob sie niemals mehr etwas sagen wollte. Und das war, gerade wenn Vicky einen bearbeitete recht schwierig. Und genau sie sollte es nicht wissen!
>>Ich geh mal für kleine Mädchen<<, meinte Anna irgendwann, als Bea gerade von Sebastian, Saskia und Sascha erzählte, und was Saskia ihr vor drei tagen in der Eisdiele gesagt hatte.
>>Ich komm mit<<, sagte Eileen sofort, und zusammen gingen sie zur Toilette, drei Zimmer weiter den Flur entlang.
Im Bad angekommen schlossen sich die Beiden ein, und Anna begann sofort mit dem Thema, was Eileen brennend interessierte.
>>Was soll ich Vicky sagen?<<
>>Ich hab keine Ahnung.<<
>>Oh man, warum hab ich mich auch gemeldet. Ich hab einfach nicht dran gedacht. Soll ich ihr die Wahrheit erzählen?<<
>>Und Eric verraten? Nein. Außerdem, wie würdest du denn reagieren, wenn dein Bruder deine Freundin um Hilfe bitten würde, ihre Cousine flachzulegen?<<
>>Er will sie doch nicht flachlegen. Er sagt, es sei Liebe.<<
>>Wahre Liebe gibt es nur unter Männern. Er kennt deine Cousine doch gar nicht.<<
>>Okay, also nicht die Wahrheit. Soll ich dann ‘ne Lüge erzählen und sagen, dass ich mich geirrt habe, oder dass ich die Frage falsch verstanden habe, oder von ‘nem anderen Jungen erzählen?<<
>>Hast du denn einen anderen Jungen?<<
>>Nein, natürlich nicht. Ich liebe Eric, schon seit quasi immer.<<

>>Ich würde nicht lügen. Ich würde...ach, ich weiß auch nicht.<<
>>Na super. Ich hasse mich.<<
Anna setzte sich verzweifelt auf den Toilettendeckel und stütze das Kinn auf der Hand ab.
>>Wieso erzählst du ihr und den anderen nicht einfach die Geschichte, nur lässt Eric weg?<<
>>Häh?<<
>>Na, du sagst, du hast ‘nen Typen aus der Schule getroffen, der hat sich mit dir verabredet und dir das Angebot gemacht.<<
>>Und lass das kleine Detail weg, dass dieser Junge zufällig Vickys Bruder ist? Sie werden mich nach dem Namen fragen.<<
>>Dann sag doch einfach Eric. Aber seinen Nachnahmen weißt du nicht genau, oder so. Und deine Cousine taufstt du auch um.<<
>>Dann lüge ich ja doch!<<
>>Besser als gar nichts. Außerdem, ich versuch dir nur zu helfen<<                                     
Eileen sah Anna erwartungsvoll an, und bekam auch gleich die erhoffte Antwort:

>>Du hast Recht. So mach ich’s.<<
>>Ach übrigens, René kommt nächstes Wochenende. Cool, oder?<<
>>Echt? Geht sie dann auch mit zur Schule?<<
>>Nein! Sie ist nur gerade mit der Schule hier im Umkreis unterwegs gewesen, und sie wohnt für zwei drei Tage bei mir, statt mit den anderen heim zu fahren. Die Fahren am Donnerstag, Weil sie dann irgendwie Ferien haben. Während der Ball ist, ist sie bei mir. Bis dahin kommt sie mich nur besuchen. Und ich glaub Freitag kommt sie mit in die Schule.<<
>>Cool. Das wird bestimmt voll witzig!<<
Mit diesen Worten stand sie auf und verließ zusammen mit Eileen das Bad, um sich wieder zu den anderen zu gesellen, die gerade über Jojos unheimlich attraktiven, baldigen Stiefbruder redeten.
>>Und er hat dich wirklich gefahren? Oh man, ich würd‘ auch gern mal mit ‘nem Motorrad mitfahren<<, sagte Bea gerade, als Eileen und Anna das Zimmer betraten.
>>Es ist ein Roller. Ich glaube, in seinem Alter darf man noch gar kein Motorrad haben.<<
>>Ja und, dann halt einen Roller, was macht das schon. Würd‘ trotzdem mal gern mit fahren!<<, antwortete Bea zurück.
>>Hey, Anna! Erzähl doch mal von deinem Tanzpartner!<<, traf Vicky den faulen Zahn.
>>Ja, genau Anna! Eileen hat uns ja schon gestern in der Schule von ihrem Traumboy Simon erzählt, fehlt nur noch dein Date<<, fügte Bea hinzu und knuffte ihre Zwillingsschwester in die Seite.
Eileen sah, wie Anna ihr einen letzten, ein wenig schreckhaften Blick zuwarf, und dann die eben überlegte Lüge erzählte. Naja, eigentlich war es ja keine Lüge. Es war nur...eine kleines >Weglassen< hier und da. Eine falsche Wahrheit, sozusagen.
 
Nachdem Anna fertig erzählt hatte, und noch andere wichtige Punkte auf der Tagesordnung geklärt worden waren( zum Beispiel, dass sie das Cliquenbuch, was Vicky zum Geburtstag geschenkt bekommen hatte, damit anfangen wollten, dass sie alle Steckbriefe von sich entwarfen), war es auch schon halb drei, und obwohl sie noch weiter hätten feiern können, denn Eileens Eltern kamen erst am Sonntag, also morgen, wieder aus Aachen zurück, doch sie waren alle recht Müde, und so wurde sich ins Bett gelegt, und rasch danach schliefen sie alle ein.

 

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MORGEN IS MEIN B-DAY!!!!!!!!!!! JUHUUU!!! ENDLICH BIN ICH COOOOLE 15 JAHRE ALT!!!

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